Viersen: Lobberich ein Farbenmeer
VON ZANNETTI SPACKI - zuletzt aktualisiert: 04.02.2008Viersen (RPO). 121 Gruppen mit bunt kostümierten Jecken ziehen vergnügt durch die Straßen von Lobberich. Das diesjährige Motto: Ein farbenfroher Karneval zieht schunkelnd durch das Nettetal. Manfred IV. und Ingrid II. erlebten einen herrlich sonnigen und bunten Tulpensonntag.
Lobberland „Wir rufen aus ein dreifaches Nettetal Helau!“ Die Menge tobt, die Jecken sind außer Rand und Band. Und das, bevor der Zug sich überhaupt in Bewegung gesetzt hat. Alle warten gespannt, bis es pünktlich um 13.11 Uhr losgeht. Die Narren haben Glück, denn das Wetter spielt mit. Schirme spannen die Besucher dennoch auf, in der Hoffnung auf viel Kamelle.
Die Fußgruppe „Super Mario und Luigi“ wirft Plüschtiere in die Helau rufende Menge. Als die Kaldenkirchener Karnevalisten an Pastor Benedikt Schnitzler vorbeiziehen, ergreift dieser ein Mikrofon und stimmt „Hoch Kaldenkirchen“ an. Von den Schlümpfen der Rheinischen Landjugend Süchteln gibt es für die Narren am Straßenrand Glühwein aus der Kelle. Dazu sagt keiner nein. Ein Bützchen hier, eine Umarmung da. Kein Wunder, dass so mancher den Anschluss an seine Gruppe verpasst. Ein Pirat ist bei den Rittern gelandet. Vergnügt zieht das Duo hinter dem Trommlerkorps Grefrath her. Sowohl die Gruppen als auch die Besucher sind auf den Nachmittag bestens vorbereitet. Die Mixgetränke hängen um den Hals, das Bier ist griffbereit im Bollerwagen verstaut.
Narrenschar begeistert
Der Prinzenwagen wurde zur technischen Herausforderung. Ein Jahr lang haben die Wagenbauer getüftelt, konstruiert und gebastelt. Das Ergebnis begeisterte die Tulpensonntagsbesucher: Ein Schwan mit Seerose und großen Fröschen auf blauem Nettewasser. Der Prinzenwagen ist 3,80 Meter lang, 2,50 Meter breit und 3,50 Meter hoch. Neu war das Arbeiten mit Drahtgeflechten und Pappmaché.
Startnummer 33 ist Noah mit zahlreichen Elefanten, Tigern, Schafen, Käfern und Löwen. Zeitweise gerät der Karnevalszug leicht ins Stocken, doch das stört hier keinen. Sind Bienen nicht normalerweise gelb-schwarz? Ein 19-jähriger Hinsbecker sieht das anders: Er trägt ein blaues Plüsch-Kostüm mit langen Fühlern auf dem Kopf. „Wenn Bienen viel Alkohol trinken, werden sie doch blau oder etwa nicht?“ Seine Begleitung ist zumindest der selben Meinung. Und weiße Bienen schwirrten von der KLJB Breyell-Schaag ein. Alle sechs Stadtteile nehmen an dem Narrenzug teil, Freundeskreise mit originellen Ideen, aber auch auch einige niederländischen Freunde sind fester Bestandteil des Tulpensonntagszuges. Sogar Ostfriesen, „Die hinger de Trecker her loope“, sind von der Nordsee an die Nettetaler Seenplatte gekommen.
Die Sonne verabschiedet sich langsam, gleichzeitig naht das Ende des kunterbunten Narrenzuges. Den krönenden Abschluss bildet der Nettetaler Prinzenwagen mit Manfred IV. und Ingrid II. – das Ehepaar lässt für die Jecken am Straßenrand reichlich Kamelle regnen. Die beiden strahlen über das ganze Gesicht, als die jubelnde Menge sie mit donnernden Helau-Rufen begrüßt und gleichzeitig auch wieder verabschiedet.
Die letzten Bonbons werden in der großen Tüte verstaut, denn die Stadtreinigung steht bereits in den Startlöchern. Während die Jecken fröhlich in alle Richtungen von Dannen ziehen, haben die Männer von der Stadt jede Menge Arbeit vor sich.
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