Viersen: Lobbericher Kiste nicht zu toppen
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 30.06.2008Viersen (RPO). Hinsbeck „So sehen Sieger aus!“ hatte die KLJB Lobberich ihre Seifenkiste mit den großen Rollstuhl-Rädern selbstbewusst bemalt. Tatsächlich fuhr die Lobbericher Kiste schon im Vorlauf mit 23,30 Sekunden eine Traumzeit. Im Finale war Lobberich mit 23,74 Sekunden immer noch am schnellsten. Wieder einmal sorgte die Katholische Landjugend für ein überaus kurzweiliges, positives und gut besuchtes Event: In eine Rennpiste mit Start und Ziel, Startrampe, Boxengasse und beidseitigem Prallschutz hatten die 30 Mitglieder der Landjugend Hinsbeck (KLJB) die letzten 200 Meter der Straße „Heide“ vor der Einmündung der Karstraße gestern verwandelt. Die Rennstrecke war mit einem Höhenunterschied von gut fünf Metern für die motorlosen Seifenkisten besonders geeignet. Um 16 Uhr standen nicht nur die schnellsten Kisten, sondern auch die schönsten und der schönste Fahrer fest: Die schnellste Seifenkiste kam, wie schon 2007, aus Lobberich. Thorsten Oemmelen (17, Azubi als Kfz-Mechaniker bei Mercedes) fuhr im Finale mit 23,74 Sekunden die schnellste Zeit und verwies den Vorjahreszweiten, die KLJB Hinsbeck mit Tobias Gisbertz (19), in 24,66 Sekunden auf den 2. Platz, 3. die Rheinische Landjugend Süchteln (24,80 Sekunden).
Im Halbfinale war die KLJB Anrath zwar mit 22,53 Sekunden die schnellste, doch hatten die drei Starthelfer übereinstimmend beobachtet, wie die Anrather Seifenkiste von zwei Helfern noch einmal kräftig angeschoben worden war. Das meldeten sie der Jury, und die entschied nach intensiver Beratung auf Disqualifikation. Die Anrather gaben an, sie hätten die Seifenkiste auf der Starterrampe lediglich festgehalten. Doch dafür habe aus technischen Gründen keine Notwendigkeit bestanden, weil eine Eisenkante das vorzeitige Abrollen des Fahrzeuges verhinderte.
Die schönste Seifenkiste kam von der Schützenbruderschaft Kaldenkirchen: sauber in den deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold und mit dem Kaldenkirchener Stadtwappen bemalt. Auf die Frage der Jury, ob es andere Vorschläge gebe, gab‘s von den Zuschauern und Teilnehmern nur Beifall für Kaldenkirchen. Der schönste Fahrer kam aus Anrath: Einstimmig kürte die Jury Matthias „Matthes“ Weller aus Anrath zum Schönsten des Renntages. Der erschien mit einem großen weißen Ohrverband. Er hatte sich beim Trainingslauf mit seiner Seifenkiste überschlagen, dabei am Ohr verletzt. Zudem erlitt die Anrather Kiste einen Achsbruch, der bis zum ersten Start repariert wurde.
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