Viersen: Lobberichs Umbau beginnt unten
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Viersen (RPO). Der Nettebetrieb steckt im kommenden Jahr rund 845 000 Euro in die Sanierung der maroden Kanalisation. Betroffen sind davon im wesentlichen die Markt-, die untere Hoch- und die Düsseldorfer Straße. Verkehrsbehinderungen sind dabei nicht gänzlich auszuschließen.
Lobberich Lobberichs Innenstadt verwandelt sich kommendes Jahr in eine Großbaustelle. Nacheinander und zum Teil parallel werden die Kanäle in der Markt-, der unteren Hoch- und der Düsseldorfer Straße saniert. Die Marktstraße wird bekanntlich wieder als Markt vor dem alten Rathaus hergestellt. Im Umfeld der Innenstadt müssen ebenfalls zahlreiche Defekte im Kanalsystem in Ordnung gebracht werden. Der Nettebetrieb hat dafür rund 845 000 Euro veranschlagt.
Ans Tageslicht gebracht hat die Schäden eine so genannte TV-Befahrung der Kanalisation. Dabei wurden zahlreiche schiefe Hausanschlüsse und ganze Abschnitte mit maroden Kanalrohre entdeckt, berichtete Hans-Josef Thamm im Nette-Betriebsausschuss. Da einerseits der alte Lobbericher Markt und andererseits im Süden der Innenstadt das Hölter-/Longlife-Gelände umgestaltet werden und kaputte Kanäle auch nicht hingenommen werden dürfen, wird jetzt repariert und saniert.
Kanalarbeit nach TV
TV-Untersuchung Mithilfe von TV-Kameras untersucht der Abwasserbetrieb zurzeit den Kanalzustand in Lobberich. Noch fehlen acht Kilometer Kanalstrecke.
Schäden Im Zentrum und angrenzenden Straßen müssen für die Sanierung einzelner Schadstellen rund 350 000 Euro ausgegeben werden. Es handelt sich um kleine Einzelmaßnahmen beispielsweise im Mühlenweg, Friedhofstraße, obere Hochstraße und andere.
Noch vor Weihnachten geht die Ausschreibung des 235 Meter langen Teilstücks unter der Marktstraße heraus. Thamm erwartet, dass zwischen März und Ende Juni im Inlinerverfahren gearbeitet wird – also keine offene Bauweise mit entsprechenden Behinderungen. In der unteren Hochstraße geht es verkehrsmäßig nicht so glatt ab. Der Nettebetrieb hat sich hier für ein Vorpressverfahren entschieden. „Es wird für vier Wochen eine Vollsperrung geben“, kündigte Thamm an. Im Januar wird mit der Stadtverwaltung abgestimmt, wie vorgegangen wird.
Ebenfalls im Vorpressverfahren wird der Kanal in der Düsseldorfer Straße saniert. Sie wird halbseitig gesperrt. Der Nettebetrieb schlägt vor, den Verkehr ortsauswärts fließen zu lassen und in die andere Richtung Umleitungen über Am Bengerhof und Caudebec-Ring anzulegen. Auch das wird mit der Ordnungsbehörde abgestimmt.
Komplett fertig wird der Nettebetrieb mit diesen Arbeiten im kommenden Jahr allerdings nicht. Auf Nachfrage des Ausschusses berichtete Thamm, dass ein Teil der Kanalbauarbeiten bis ins Jahr 2010 hinein reichen wird. Die Technische Leiterin des Nettebetriebs, Susanne Fritzsche, zerstreute Befürchtungen, es werde erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt geben, die dort vor allem die Geschäftswelt träfen. „Ich gewährleiste, dass die Innenstadt erreichbar sein wird“, sagte sie. Mit den Arbeiten werde erst begonnen, wenn die Robert-Kahrmann- und Burgstraße komplett fertiggestellt seien. Da gibt es demnächst eine Weihnachtspause, ab Mitte Januar geht’s dann weiter.
Frau Fritzsche ist nach unangenehmen Erfahrungen in Breyell gewitzt: „Wir sind nicht gefeit, da Leitungen zu finden, wo sie nicht hingehören. Verzögerungen kann ich dann nicht ausschließen.“
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