Viersen: Lyrik als Lebenshilfe
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009Viersen (RPO). Hans-Jürgen Blenskens gehört zu den Siegern eines Gedichtwettbewerbs, den die "Bibliothek deutschsprachiger Gedichte" ausgelobt hat. Sein Werk wurde vertont und in die Anthologie "Ausgewählte Werke XI" aufgenommen.
Hinsbeck Seine Liebe zur Literatur ist groß. Seine Liebe zur Lyrik ist noch viel größer. Hans-Jürgen Blenskens bewundert Gottfried Benn ebenso wie das wohl gesetzte Wort. Der pensionierte Sonderschulrektor beschäftigt sich jeden Tag intensiv mit Worten, Rhythmen, Klängen. Mit eigenen und denen bekannter Dichter und Autoren. "Das Leben ist so viel reicher", sagt der 66-Jährige über den Wert von Literatur.
Hans-Jürgen Blenskens liest nicht nur, er schreibt auch. Regelmäßig nimmt er seit sechs Jahren an Lyrikwettbewerben teil. Seinen bisher größten Erfolg erzielte er jetzt, als er mit dem Gedicht "Frühlingsmelodie" unter die besten hundert Einsender kam. Jedes Jahr nimmt er an dem Wettbewerb der "Bibliothek deutschsprachige Gedichte" teil. "Immer bin ich in die engere Auswahl gekommen", sagt er. Stets seien seine Beiträge gedruckt worden. "Das hat mich beflügelt weiterzumachen." Für einen Preis hatte es zuvor aber nicht gereicht.
Neuer Wettbewerb
Mitmachen Der Gedichtwettbewerb der "Bibliothek deutschsprachiger Gedichte" geht in eine neue Runde. Wer bis 30. April ein Gedicht einschickt, kann einen von 100 Preisen gewinnen. Das Thema ist frei.
Teilnahmebedingungen Nachzulesen unter
Der 66-Jährige setzte alles daran, um sein Schreiben weiterzuentwickeln. "Große Dichter lesen und sich daran schulen, aber nicht kopieren", lautet Blenskens' Methode. "Es war eine große Freude", sagt er, als er erfuhr, dass sein Gedicht von der Jury zum Siegerbeitrag erkoren wurde. Erstaunt sei er aber nicht gewesen. "Ein wenig habe ich damit gerechnet", bekennt Blenskens freimütig. Alle Teilnehmer können sich gegen Gebühr zu ihrem Beitrag ein Gutachten erstellen lassen, das Auskunft über die literarische Qualität gibt. Davon hatte Hans-Jürgen Blenskens Gebrauch gemacht. Das Feedback war offensichtlich gut.
Lyrik mochte Blenskens Zeit seines Lebens – "mal mehr, mal weniger", sagt er. "Als Jugendlicher habe ich Liebesgedichte geschrieben", erinnert er sich. Dann lag die Lyrik lange unbeachtet. Vor zehn Jahren erwachte die Begeisterung neu. "Damals hat mir eine Kollegin eine Hörkassette mit Gedichten von Gottfried Benn geschenkt", sagt der Preisträger. Das Zuhören und die Gedichte begeisterten ihn so sehr, dass die Kassette zur Initialzündung wurde, noch mal mit dem Gedichteschreiben anzufangen.
Mittlerweile ist das Schreiben Teil seines täglichen Lebens und ein guter Gegensatz zum Alltag auf der "Mari Dag"-Ranch am Poelvenn. Hier kümmert sich Hans-Jürgen Blenskens um behinderte Kinder, die zum therapeutischen Reiten auf den Hof kommen.
Lyrik ist wertvoll, sagt Blenskens. "Sie ist echte Lebenshilfe." Und sie könne dabei helfen, mit Problemen fertig zu werden. "Wenn man in einem Gedicht getroffen wird, fühlt man sich aufgehoben", sagt er. "Die Krönung ist es, jemandem mit einem Gedicht zu helfen." Einen Lyrikband zu publizieren ist sein Traum. "Aber das ist unglaublich schwierig." Entmutigen lässt er sich nicht. Derzeit schreibt Hans-Jürgen Blenskens an einem Roman.
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