Kreis Viersen: Mark Heines reist in die USA
VON LUDER PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.05.2007Kreis Viersen (RPO). „Ich werde bestimmt Heimweh bekommen“, sagt Mark Heines. Der 16-jährige Gymnasiast aus Kaldenkirchen ist alles andere als ein Träumer. Aber den Traum, den er „eigentlich schon länger“ hat, den kann er sich erfüllen. Mark wird ab Sommer für ein Jahr in die USA gehen, in einer Familie leben und die Schule besuchen. Wo, ist offen. Aber das beunruhigt ihn nicht. Zwischen Florida und Alaska („Das muss es dann doch nicht sein“) ist ausreichend Platz für ihn.
Die zupackende Art von Mark Heines hat seinen Austausch-Paten, den CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer, sofort beeindruckt. Nach einem intensiven Auswahlverfahren, in dem Schulleistungen im Mittelpunkt standen, hatte Schummer die Qual der Wahl aus sechs oder sieben Kandidaten. Er entschied sich für den Kaldenkirchener, weil er am Werner-Jaeger-Gymnasium Streitschlichter ist. Wer sich einer solchen Aufgabe stellt und sie auch jüngeren Schülern vermittelt, bringe das Rüstzeug mit, mit dem Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm in die USA zu reisen, meint Schummer.
360 junge Deutsche reisen in jedem Jahr mit dem Austauschprogramm, das der Bundestag 1983 beschlossen hatte, in die USA. Im Gegenzug kommen junge Amerikaner nach Deutschland. Swetlana Feytser (18) ist den Weg von Westen nach Osten ins „alte Europa“ gegangen. Die gebürtige Ukrainerin, die die doppelte Staatsbürgerschaft hat, fühlt sich augenscheinlich in der Familie von Thomas und Sabine Moucha wohl. Mit ihrer „Schwester auf Zeit“, Wiebke Moucha, besucht sie die Liebfrauenschule in Mülhausen.
Im Rathaus von Nettetal lernten sich Mark Heines und Swetlana Feytser erst kennen. Die Amerikanerin, die in ihrer Heimatstadt Vancouver (Washington) auch Deutsch lernt, hat mit ihrer Gastfamilie einige Städtereisen unternommen, der neunmonatige Aufenthalt hier hat das in der heimischen Schule vermittelte Deutschland-Bild zurechtgerückt. Als Hauptunterschied hat sie ein hohes Maß an individueller Freiheit unter den deutschen Mitschülern ausgemacht. Na ja, auch das Essen ist anders. Spargel kannte sie beispielsweise bisher nicht.
Mark Heines kennt die USA schon ein bisschen durch einen Urlaubsaufenthalt dort. Außerdem ist Vater Hans-Gerd bei einem us-amerikanischen Unternehmen beschäftigt. Die Eltern freuen sich riesig, dass der Sohn an dem Austauschprogramm teilnehmen darf. Aber Mutter Elisabeth Heines beschreibt auch offen die gemischten Gefühle in der Familie. „Man kriegt nach einem Jahr ein anderes Kind zurück“, sagt sie.
Uwe Schummer sucht übrigens noch Gastgeber-Familien für junge Amerikaner ab August. Interessenten können sich direkt an sein Büro wenden.
Wahlkreisbüro Uwe Schummer, Viersen, Goetersstraße 54, Tel. 02162/ 29011.
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