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Brüggen: Mehr Wohnraum für Senioren

VON WILTRUD WOLTERS - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012

Brüggen (RP). In 20 Jahren wird jeder dritte Brüggener über 65 Jahre alt sein. Eine Entwicklung, auf die sich die Gemeinde einstellen muss. Alles ist möglich: barrierefreie Wohnungen ebenso wie Serviceleistungen für Ältere.

Die Bebauungsplanvariante D für das Gebiet "Am Herrenlandpark" auf dem Gelände der Ziegelei Janssen-Söhne an der Hochstraße. Foto: Gemeinde Brüggen

Mit dem Älterwerden ist das so eine Sache. Für gewöhnlich wird man nicht älter, nur reifer. Doch sobald man sich nicht mehr im Stehen die Schuhe binden kann, wird es Zeit, sich mit dem Älterwerden anzufreunden und es nicht zu verdrängen.

Die CDU in Brüggen hat sich die Fragen des Demografischen Wandels als ein Schwerpunktthema in der laufenden Legislaturperiode auf die Fahnen geschrieben. Offensichtlich trifft die Partei damit den Nerv der Zeit, denn rund 90 Gäste kamen am Mittwochabend zur Podiumsdiskussion "Wohnen im Alter in Brüggen" in die Klimp, zu der die Christdemokraten eingeladen hatten.

Info

CDU-Schwerpunkte

Claudia Wolters, Vorsitzende der CDU Brüggen, erläuterte, dass der demografische Wandel neben dem Bau des Energiezentrums und dem Bau der Mehrzweckhalle ein Schwerpunkt der politischen Arbeit der Partei sei: "Die Anregungen sollen in die politische Arbeit einfließen. Wir wollen eine Plattform schaffen und Handlungsspielräume erarbeiten."

"Was Schickes" für die Hochstraße

Brüggen wird älter, daran ließ Bürgermeister Gerhard Gottwald keinen Zweifel. Derzeit gehören 3200 Bürgerinnen und Bürger zur Alterklasse über 65. In 20 Jahren werden es 5200 sein. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Einwohner über 65 Jahre alt sein wird. "Das ist eine Entwicklung, auf die wir uns einstellen müssen", sagte Gottwald. Die Infrastruktur müsse auf den Prüfstand, außerdem müsse man zentrumsnah altengerechten Wohnraum schaffen und private Investoren für Brüggen begeistern.

Einige konkrete Projekte seien bereits in der Pipeline, wie der Bau von sieben Wohnungen am Alten Postweg. Unternehmensberater Herbert Trienekens stellte seine Pläne für die Bebauung der Dachziegelei Janssen-Söhne an der Hochstraße vor. "Hier soll was Schickes entstehen. Brüggen ist als Wohnort nachgefragt", sagte Trienekens und erntete Lacher für den Nachsatz: "Das ist direkt neben dem Friedhof und spricht für ruhiges Wohnen." Aktuell sucht Trienekens Investoren.

In Absprache soll dann ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Denkbar ist auch die Bebauung des Bolzplatzes an der Straße In der Haag, die Schließung von Baulücken etwa in der Leonhard-Jansen-Straße, Veränderungen in der WUPA-Siedlung am Ortsausgang und die Überplanung der Dachziegelei Laumanns im südlichen Bereich an der Borner Straße. "Wir sind offen für weitere Vorschläge", sagte Gottwald.

In der intensiven Diskussion wurde schnell klar, dass es keinen Königsweg für das Leben im Alter gibt. Vom Wohnen in den eigenen vier Wänden, über einen Wohnpark, eine Seniorenresidenz bis hin zu einem Altenheim, barrierefrei oder behindertengerecht, mit oder ohne Service und Betreuung eröffnet sich eine breite Palette. Dies wurde nicht zuletzt in den Ausführungen von Dieter Thelen von der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen AG deutlich, der die Hintergründe und Zielsetzungen für den Wohnpark Nordwall in Bracht, wo 2007 21 barrierefreie Wohnungen errichtet wurden, erläuterte.

Siegrid Eckardt ging auf die Serviceleistungen für die Mieter ein. Michael Heunen stellte sein Angebot für die Bewohner in der St.-Antonius-Residenz im Park in Waldniel vor. Für die Kommune sei es wichtig, Vielfalt anzubieten. Der Einzelne müsse seine Entscheidung an den eigenen individuellen Bedürfnissen festmachen.

Quelle: RP/rl

 
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