Kreis Viersen: Mit dem Alter wächst das Risiko Hartz IV
zuletzt aktualisiert: 30.10.2007Kreis Viersen (RPO). Die anziehende Konjunktur senkt zwar das Risiko, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Aber die Chancen Älterer, einen Job zu finden, haben sich nicht nachhaltig verbessert. Darauf weist der DGB in der Region Düsseldorf hin. Nach Angaben der Arbeitsverwaltung wurden im Kreis Viersen im September von den 2707 älteren Arbeitslosen (ab 50 Jahre) nur noch 1179 (43,6 Prozent) von der Arbeitslosenversicherung betreut, aber 1528 (56,4 Prozent) auf Hartz IV verwiesen.
,,Da die kürzere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I erst seit Februar 2006 gilt, wird sich die Zahl in der nächsten Zeit weiter erhöhen. Dies zeigt, wie notwendig eine stufenweise Verlängerung des Arbeitslosengeldes auf 24 Monate für Ältere ist‘‘, erklärt DGB-Regionalsekretär Klaus Churt. Um dabei dem möglichen Missbrauch bei der Verlängerung des Alg I entgegenzuwirken, müsse die bis Anfang 2006 geltende Erstattungspflicht wieder eingeführt werden. Arbeitgeber müssen dann das Arbeitslosengeld der Arbeitsagentur erstatten, wenn sie langjährig beschäftigte Arbeitnehmer über 57 Jahre entlassen.
Die längere Zahlung von Alg I sei für den DGB nur ein Aspekt zum Ausgleich ungünstiger Chancen Älterer auf dem Arbeitsmarkt. Notwendig seien zusätzliche Qualifizierungsangebote durch die Arbeitsverwaltung und ein Mentalitätswandel in der Wirtschaft. Laut IHK Mittlerer Niederrhein, so der DGB, beklagten 36 Prozent der Betriebe einen Fachkräftemangel, aber nur zwölf Prozent seien bereit, ältere Arbeitnehmer einzustellen. Der DGB appelliert an die Betriebe diese Haltung aufzugeben und auch älteren Arbeitslosen eine Chance zu geben.
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