Viersen: Mit Kernfusion in die Top 5
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 09.06.2009Viersen (RPO). Ein Team des Albertus-Magnus-Gymnasiums nimmt in diesem Jahr am Planspiel "Jugend gründet" teil. Nach zwei von drei Ausscheidungen haben sie Platz neun erreicht. Beim Finale am 20. Juni wollen sie noch weiter nach oben.
"Mit zwei Litern Wasser und 250 Gramm Steinen kann man theoretisch durch Kernfusion einen ganzen Haushalt ein Jahr lang mit Energie versorgen". Tobias Tilgner ist begeistert von der Idee einer sicheren und ertragreichen Energiequelle der Zukunft, und genau das hat ihm und seinem Team als Ansporn gedient.
Der 17 Jahre alte Gymnasiast leitet zusammen mit seinen Schulkameraden Constantin Halin, Nicolas Delissen, Frederik Verlinden und Magnus Schückes das Unternehmen "Fusion Energy", ein Konzern, der Kernfusionsreaktoren herstellt – allerdings nur in einer Simulation. "Jugend gründet" heißt das Planspiel des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, an dem das junge Team des Albertus-Magnus-Gymnasiums teilnimmt. Darin gilt es, ein besonders erfolgreiches, fiktives Business-Konzept aufzustellen, das – gleich dem Planspiel Börse – auch in der Wirklichkeit Erfolg hätte. 4500 Teilnehmer aus ganz Deutschland nehmen daran Teil und "Fusion Energy" ist nach der zweiten Vorausscheidung auf Platz neun gelandet. "Unser Ziel ist es, bei der Endausscheidung am 20. Juni unter die Top fünf zu kommen", sagt Magnus Schückes.
Der Wettbewerb
Teilnehmer Zur Teilnahme an dem Online-Wettbewerb waren Schüler und Auszubildende zwischen 16 und 21 Jahren aufgerufen.
Ideen Die fiktiven Unternehmen im Planspiel produzieren beinahe alles aus dem Bereich Hightech, von der Solarzelle bis zum Computerchip.
Jury Die Jury besteht aus sechs Mitgliedern aus der Wirtschaft. Hauptsponsor ist VW.
Als erste Aufgabe musste "Fusion Energy" einen Businessplan aufstellen, der unter anderem eine Produktbeschreibung, einen Marketingplan und einen Finanzierungsplan beinhaltet. "Damals haben wir den Sprung auf Platz 17 geschafft", erinnert sich Nicolas Delissen. Den bisherigen neunten Platz erhielt die Gruppe jüngst für den Businessplan und das Planspiel-Konzept des Unternehmens, in dem die ersten vier Jahre der Unternehmensgründung inklusive Büro-Anmietung, Mitarbeiterpolitik und noch mehr festgelegt sind.
"Als letzte Herausforderung haben wir uns um Dinge wie ein Logo, einen Slogan und das Modell eines Kernfusionsreaktors aus Jülich, dem zukünftigen europäischen Forschungsrechenzentrums für Kernfusion, gekümmert, mit dem wir die Jury überzeugen wollen", sagt Frederik Verlinden hoffnungsvoll. Der Slogan lautet übrigens "Unsere zukunftssichere Strategie – Fusion Energy". Das Finale am 20. Juni ist eine "Investorenmesse" in Wolfsburg. "Der erste Platz, eine Reise ins Silicon Valley in den USA, wäre natürlich eine Sensation", sagt Constantin Halin.
Im späteren Berufsleben wollen die fünf "AMGler" nicht unbedingt eine eigenes Unternehmen gründen. Tobias will ins Bankwesen, Constantin und Frederik in die Medizin, Nicolas in die Juristerei und Magnus in den Maschinenbau. "Auf jeden Fall sind wir, unabhängig vom Ergebnis, sehr stolz auf die fünf und ihr Engagement", sagt ihr Schulleiter Herbert Strickling.
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