Viersen: Mittendrin in der Natur
VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 14.08.2008Viersen (RPO). Frösche finden, Hühner und Schafe bestaunen, Tierspuren auf T-Shirts filzen, so sah das Programm des Nabu-Naturschutzhofes in den Sommerferien aus. 217 Kinder machten mit – und stellten ziemlich wichtige Fragen.
Lobberich Erstaunt ist Wiebke Esmann vom Nabu-Naturschutzhof oft darüber, was für große Philosophen kleine Kinder sind. „Was machen Regenwürmer im Winter“, wollen sie von der Umweltpädagogin wissen oder „Müssen Bienen pupsen“. Fragen wie diese gab es auch in den Sommerferien, als 217 Kinder an 20 Veranstaltungen auf dem Naturschutzhof teilgenommen haben. Noch nie zuvor hat Wiebke Esmann so viele Kurse angeboten wie in diesem Jahr. Mit der Resonanz ist sie zufrieden.
Drucken, filzen, Natur erleben
„Ich glaube, dass wir ein vielseitiges Programm hatten in diesen Sommerferien mit ganz unterschiedlichen Themen“, sagt die Umweltpädagogin. So wurden unter anderem Tierspuren auf T-Shirts gedruckt, filzten die Kinder oder lernten den Lebensraum Teich kennen. Ihr persönlicher Höhepunkt in den Sommerferien? Wiebke Esmann schüttelt den Kopf. „Das waren zu viele, als dass man einen einzigen herausgreifen könnte“, sagt sie. „Ich finde es besonders toll, wenn ich sehe, dass die Kinder Natur zu schätzen wissen und ganz eigene, besondere Fragen stellen.“ Wie die mit dem Regenwurm beispielsweise. Natur, davon ist die Umweltpädagogin überzeugt, soll für jeden erfahrbar sein. Unabhängig von Alter oder gesellschaftlichem Status.
Ohne sie ginge nichts
Personal Wiebke Esmanns Stelle auf dem Naturschutzhof des Nabu ist die einzige Vollzeitstelle – alle anderen, die auf dem Hof mithelfen, sind Ehrenamtler oder Jugendliche, die in Lobberich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.
Finanzen Der Hof ist in Trägerschaft des Naturschutzbundes (Nabu), finanziert sich darüber hinaus über Spenden.
Besonders gefreut hat sich Wiebke Esmann darüber, dass das Angebot für Kleinkinder so gut angenommen wurde. „Die Veranstaltungen für Kinder ab drei Jahren waren neu in diesem Jahr, und die Kleinen sind unglaublich begeisterungsfähig“, sagt die Umweltpädagogin. Dabei waren die äußeren Bedingungen bei den zwei Veranstaltungen „Naturerlebnis Teich“ und „Hühner, Schafe und Laufenten“ alles andere als gut: Es regnete in Strömen. Und trotzdem: Die Kinder, die mit ihren Eltern zum Naturschutzhof gekommen waren, wollten ganz viel erfahren.
Ausgefallen sind in diesen Ferien nur zwei Veranstaltungen, ganz zu Beginn der sechs Wochen lagen sie. Dass das am Thema der Veranstaltung, Kräuter, lag, glaubt Wiebke Esmann nicht. Vielmehr denkt sie, dass die Kinder zum Ferienbeginn ein bisschen Ruhe möchten, froh sind, wenn es nicht sofort wieder Programm gibt für sie.
Für die Sommerferien im kommenden Jahr hat sich Wiebke Esman vor allem eins vorgenommen: Mehr Kurse für ganz Kleine, noch mehr Jugendliche erreichen. „Das ist allerdings nicht ganz einfach“, sagt sie. Aber erstmal steht ja sowieso etwas anderes auf Esmanns Zettel: die Herbstferien nämlich. Das Programm, das der Naturschutzhof dann anbietet, gibt es ab Mitte des Monats.
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