Kreis Viersen: Mutters Hausmittel entlarvt
VON IRMGARD BLOMENKEMPER - zuletzt aktualisiert: 28.02.2007Kreis Viersen (RPO). Wozu ist Aspirin gut? Was frisst das moderne Meerschwein? Wie sehen Unfallberichte der Polizei aus? Diese Fragen und viele weitere stellten sich die Teilnehmer bei „Jugend forscht“ gestern im Krefelder Seidenweberhaus.
Wäre die Stiftung Warentest gestern im Krefelder Seidenweberhaus zu Gast gewesen, sie hätte sich gefreut: Wenn Nadine Bohnen, Sabrina Heynckes und Randi Manske vom Schwalmtaler St.-Wolfhelm-Gymnasium ihre Arbeit beim Wettbewerb „Jugend forscht“ vorstellen, geht es dem Fleck an den Kragen – nicht nur einmal. „Wir haben unterschiedliche Fleckenentferner auf ihre Wirksamkeit getestet“, erklärte Sabrina Heynckes. Ob die Flecken weggingen und womit man das am besten anstellt, wollte die Jury eines der größten deutschlandweiten Wettbewerbe auch wissen. Und was ist nun der beste Fleck-weg-Künstler? Der günstige „Teppichreiniger vom Schöppenmarkt“, lachte Nadine.
Gute Haushaltstipps gab’s am Stand von Jannis Jacobs, Christian Heyer und Maurice Frenzen (12 und 13 Jahre). Die drei Gymnasiasten aus Schwalmtal haben sich mit einem alten Haushaltsrezept beschäftigt, das sie in einer Zeitschrift entdeckt hatten, sie stellten sich die Frage, ob Aspirin wirklich eine Wirkung auf die Wurzelbildung einer Pflanze hat. Die Empfehlung für die gute Hausfrau von heute: „Besser kein Aspirin für Pflanzen verwenden.“ Im Versuch verschimmelten die Pflanzen, die mit dem Kopfschmerzmittel behandelt wurden.
Jugend forscht
Aktiv 376 Kinder und Jugendliche vom Niederrhein mit insgesamt 183 Arbeiten nahmen in diesem Jahr am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil, der zum 22. Mal statt fand.
Unterstützt Die Unternehmerschaft Niederrhein steht als Patenfirma für den Wettbewerb, der seit vielen Jahren im Krefelder Seidenweberhaus veranstaltet wird.
Rekord Aus dem Kreis Viersen nahmen 62 Arbeiten teil – damit stellt der Kreis den größten Anteil der Wettbewerber am linken Niederrhein.
Unter den Wettbewerbsteilnehmern befanden sich eifrige Zeitungsleser, zum Beispiel der 13-jährige Anton Burkhard-Meier vom Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium Viersen. „Kommen Autofahrer bei Unfallberichten in der Presse besser weg als Fußgänger oder Radfahrer?“ Dazu hat der Schüler der siebten Klasse RP-Berichte analysiert und mit Polizeiberichten verglichen. Ergebnis: „Ja, oft werden die Berichte in der Zeitung anders dargestellt als bei der Polizei.“ Anton empfiehlt, häufiger auf eine vorsichtigere Fahrweise für Autofahrer aufmerksam zu machen. Nebenan bauten Nils Lange und Marius Wiezoreck an der „perfekten Stadt“, die umweltfreundlich ist und kurze Wege ermöglicht.
Welche Ernährung für „das moderne Wohlstandsmeerschweinchen“ die richtige ist, wollte Nadja Adler vom Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium feststellen. Proband und gleichzeitig Vorzeige-Meerschweinchen von heute ist Molly, das Testschwein. Gemeinsam mit Molly fand die 18-Jährige heraus, dass viele Futtermittel nicht für Meerschweinchen geeignet sind und „die Produkte wohl eher auf den Tierhalter als das Tier selbst zugeschnitten sind“. Mit ihrer Arbeit, die sich mit den Verdauungsprozessen und der artgerechten Ernährung eines Meerschweinchens befasst, siegte die Viersenerin und gewann den ersten Platz ihres Fachgebiets. Sie wird im März am Landeswettbewerb in Leverkusen teilnehmen, gemeinsam mit 21 anderen Regionalsiegern.
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