Viersen: Nettetals County Sheriff reiht einen Misserfolg an den nächsten
VON HEIWI UND LUPE - zuletzt aktualisiert: 16.02.2007Viersen (RPO). Nice Valley. Wenn der öffentliche Dienst zur Verteidigung seiner Anlagen antritt, dann verschiebt sich der High Noon schon mal um ein paar Stunden. Nicht um 12 Uhr mittags, sondern nach 17 Uhr rückten rücksichtsvolle Möhnen vom „Tuddel“ her in die Innenstadt hinein. Die Gleichstellungsbeauftragte hatte dort nicht etwa den westfälischen Frieden ihres Bosses Christian von Hagen gebracht, sondern in verräterischer Weise Biermarken unters Weibervolk gebracht. Im nächsten Bericht werden die rechnungsprüfer mitteilen, dass mehr als 300 Möhnen – manche sahen so aus, viele waren es – gegen das Rathaus marschierten.
Schwäche für Schwache
Taktik Prinz Hans-Hubsi muss man eines lassen: Er ist ein strategisch cleveres Narrenoberhaupt. Vor drei Jahren wurde er angesichts schöner Frauenbeine in Lobberich schwach, als in Breyell und Schaag bereits der Prinzennotstand ausgerufen war. Er wurde Halb-Prinz. Jetzt machte er die Frauen schwach. Nach seinem Auftritt bei der Damensitzung folgten ihm selbige zum Rathaussturm.
Der selbst ernannte County Sheriff Christian stand mit den Zähnen klappernd und mit Orden bis an die selben bewaffnet, bereits im Casino seiner Behausung, als das Getöse der anrückenden Sturmtruppen plötzlich viele Geister im sonst so verschlafenen Inneren weckte. Wagner soll gestaunt haben, dass er so viele Mitarbeiter habe, als die schlaftrunken aus ihren Büros in die Flure strömten.
Dechant Ulrich Clancett und Jürgen Inkmann heizten draußen musikalisch die Stimmung an. Befragt, wieso ein Lobbericher als Dechant von Jüchen nicht dort Karneval feiere, meinte Clancett lakonisch, Das beste am Jüchener Karneval sei der Zug morgens nach Köln – er sei danach immer so allein.
Die von „Kyrill“ wahrlich sturm-erprobte Feuerwehr drehte unterdessen schon brav ihre Leiter in den Lobberich Wind, um die Wiederholungstäter Hans Hubert und seine Rita – ihre hoheitsvolle Erscheinung riss einen vollständigen Narren zum Urteil hin, er habe gerade die Grace Kelly von Breyell bützen dürfen – in höhere Sphären zu hieven. Derweil suchte Wagner angstvoll nach einem Dezernenten – gottlob, der (Lah-)Mann war noch da und verstärkt neuerdings das Lobbericher Karnevalskomitee. Als frohgemute und erwartungsvolle Irrläufer präsentierte sich Dezernat III mit der T-Shirt-Losung: „Seht ihr die Fee?“ Gemach. Sie wird kommen, und wie!
Derweil lief das unbestätigte Gerücht durch die Flure, dass Hombergens Bürgermeister Lutz Dröttboom Kontakt zu Schaag aufgenommen habe, um dort das Rezept zu erfahren, wie eine Stadtteilselbstständigkeit durchgeboxt werden könnte. Wiederum anderen fiel auf, dass Jüütenprinz Erich der Schwerste unterwegs abhanden gekommen war. Die Hinsbecker sorgte das nicht, auf Irrwegen sei der Gute schon mal häufiger, meinten sie. Er komme stets zurück. So waren die Nettetaler mal wieder die Letzten, bei denen die organisierte Fröhlichkeit Einzug hielt.
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