Kreis Viersen: Neue Polizeispürnase auf vier Pfoten
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.12.2008Kreis Viersen (RPO). Er ist zwar noch ein blutiger Anfänger, aber er hat alle Voraussetzungen, die im Polizeidienst gefragt sind: Selbstbewusstsein, Biss und eine gute Nase. „Wir brauchen solche, die mit allen vier Beinen fest im Leben stehen“, sagt Chef Hans-Josef Engbroichs mit Blick auf den angehenden Mitarbeiter. Der guckt kurz und verschwindet im nächsten Büro. Der Neue ist auf Erkundungstour: Da könnte ja vielleicht irgendwo ein Wurstbutterbrot. . .
Engbroichs, Leiter der Diensthundestaffel, lacht. Zu seinem Job gehört es auch, Nachsicht mit den kleinen Polizeihunden zu haben. Schließlich ist Welpe Hawk erst zehn Wochen alt und will noch ein ganz großer werden.
Wenn es nach Herrchen Mario Stevens geht, tritt Hawk in die Pfoten von Rik. Rik ist ein belgischer Schäferhund, sieben Jahre alt, und eine ausgebildete Sprengstoffspürnase. Wenn Rik „pensioniert“ ist, soll der kleine Hawk Mario Stevens täglich zum Dienst begleiten. Aber bis dahin wird es noch etwas dauern. Denn der Welpe muss noch ausgebildet werden. Regelmäßig wird der junge Schäferhund auf seine Eignung getestet. Und selbst, wenn er die Prüfung zum Schutzhund bestanden hat, muss er noch weiter die „Schulbank“ drücken. Hans-Josef Engbroichs: „Polizeihunde müssen regelmäßig Prüfungen bestehen.“
Polizeihund „Basta“ hat den ersten großen Test gerade hinter sich. Und Herrchen Marcus Plum ist stolz. Ob Fährte aufnehmen, stöbern nach Gegenständen oder Gehorsam zeigen, Basta war vorbildlich. Marcus Plum ist erst seit Juni Polizeihundeführer. Dreimal hatte er sich darum beworben. Diesmal hat es geklappt: „Das ist mein Traumjob“, sagt der 33-Jährige.
Dass nicht nur Polizisten, sondern auch Polizeihunde mitunter gefährlich leben, zeigt das Erlebnis von Mario Stevens und Rik. In Krefeld wurde in der Nacht ein flüchtiger Straftäter gesucht. Der hatte sich ins Dickicht verzogen. Rik nahm Fährte auf, erwischte ihn. Aber plötzlich hörte Mario Steves seinen Hund jämmerlich aufschreien. „Ich war nicht so schnell hinterher gekommen, und wusste nicht, was passiert ist“, erzählt er. Von der eingesetzten Hubschrauberbesatzung erfuhr er, dass sein Hund da liegen würde. Die Geschichte ging gut aus: Rik berappelte sich nicht nur, er packte sich auch noch den Täter.
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