Viersen: Partner feiern Freundschaft
VON INGRID FLOCKEN - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Viersen (RPO). Seit 1964 bestehen Kontakte zwischen Jugendlichen aus Viersen und dem nordfranzösischen Lambersart. Vor genau 40 Jahren wurde die Städtepartnerschaft offiziell besiegelt. Am 11./12. September wird in Viersen gefeiert.
Eine Partnerschaft, entstehend "durch planmäßige und stete Zusammenarbeit von Mensch zu Mensch, von Bürgermeister zu Bürgermeister, von Gemeinde zu Gemeinde" – so stellten sich 1948 die Schweizer "Erfinder" Städtepartnerschaften zwischen deutschen und französischen Kommunen vor. Die neutrale Schweiz war für die noch vor wenigen Jahren verfeindeten Länder der beste Nährboden. 1950 verband sich als erste deutsche Stadt Ludwigsburg mit Montbeliard. Für Nordrhein-Westfalen waren die Städte im Norden Frankreichs vorgesehen, und so besuchte 1964 eine Gruppe des Viersener Stadtjugendrings unter Leitung von Wolfgang Rittinghaus und Stadtjugendpfleger Reinhard Mertens die Stadt Lille.
Dort gab es ein "Maison d'Europe", in dem Pierre Martin als Bevollmächtigter für die Beziehungen zwischen nordfranzösischen und NRW-Städten residierte. "Unsere gesuchte Stadt sollte nicht allzu weit von Viersen entfernt sein, eine mit der Viersener weitgehend identische Landschaft haben und möglichst gleich groß sein wie (Alt-)Viersen." Nach dem Besuch in mehreren Ratshäusern stand fest: Lambersart, eine kleine Stadt mit rund 30 000 Einwohnern in der Nähe von Lille, sollte es sein.
Viersener Note
Feier Mit einem Besuch der Franzosen wird am Wochenende 11./12. September die 40-jährige Partnerschaft zwischen Viersen und Lambersart innerhalb des Stadtfestes "Viersener Note" gefeiert.
Reden Yvon Cousin und Günter Thönnessen halten die Festreden Eingeladen sind 20 Teilnehmer aus Lambersart, weitere kommen aus den anderen Partnerstädten Viersens.
Auftakt Den Auftakt der Feiern macht ein festlicher Abend am Freitag, 10. September, ab 19 Uhr für geladene Gäste im Rahserhof.
Schüleraustausch am Anfang
Dem stellvertretenden Bürgermeister von Lambersart, Jules Maillot, gefielen die Aktionen der Jugendlichen, die bald Schulpartnerschaften gründeten, sich regelmäßig besuchten. Maillot fragte bei jedem Besuch, wie es denn mit einer offiziellen Städtepartnerschaft aussehe – sein Cousin, Staatspräsident Charles de Gaulle, drängte ihn nämlich. Und die Viersener unter Oberbürgermeister Hermann Hülser und Stadtdirektor Ernst Alex waren nicht abgeneigt.
Doch da kam zunächst die kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen dazwischen, Viersens Einwohnerzahl verdoppelte sich fast. Und dann endlich war es so weit: Am 26. September 1970 unterzeichneten Viersens Bürgermeister Hans-Willi Gerke und für Lambersart Jules Maillot im Beisein vieler Ratsmitglieder feierlich die Urkunde für die Partnerschaft – französisch "Jumelage" genannt – zunächst in Lambersart, einige Tage später in Viersen.
Werner Balsen, ein "Mann der ersten Stunde" und 20 Jahre Vorsitzender des Viersener Partnerschaftsausschusses, erinnert in seiner gerade fertig gestellten Dokumentation an die vielen gegenseitigen Besuche. Dazu gehören die seit 1964 nie unterbrochene Partnerschaft zwischen dem Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium und dem Gymnasium Jean Perrain sowie die funktionierende Verbindung zwischen dem Clara-Schumann-Gymnasium Dülken und dem Lycée Sainte Odile und vor allem zwischen der Viersener Diergardtschule und dem "Foyer des Adolescentes", einem Mädchenheim. Auch die Kommunionkinder von St. Remigius und St. Calixte besuchen sich regelmäßig. Viele Vereine fahren in die Partnerstadt und auch die Jugendbegegnungen finden großen Anklang. FRAGE DES TAGES
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