Viersen: Pflanzen-Memory auf der Wiese
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 21.07.2008Viersen (RPO). Lobberich Es mutet wie eine Schlange an, was sich da langsam unter den Obstbäumen der Streuobstwiese auf dem Gelände des NabuNaturschutzhofes bewegt. Zwei Gruppen mit sieben Kindern halten sich hintereinander an den Schultern und Jacken fest und staksen langsam durch das hohe Gras. Sehen können sie nichts, alle tragen Augenmasken. „Die Tausendfüssler sind angekommen“, ruft Wiebke Esmann, Leiterin des Naturschutzhofes, die den Kopf der einen Schlange bildet. Ihre eigene Gruppe und die um Mitarbeiter Renè Klinner bleiben stehen. „Augenklappen hoch und umsehen“, fordert Esmann auf. Von den Kindern kommen Ausrufe wie: „Wir sind auf der Wiese“, „Guck mal, da kann man unsere Spur im Gras sehen“ und „Ich habe gemerkt wie sich der Boden verändert hat“.
Die Kinder nehmen an der Ferienaktion „Naturerlebnis Wiese“ teil, das das Naturschutzhof angeboten hat. Die erste Aufregung verfliegt langsam. Das Pflanzenspiel startet. Dafür müssen die Kinder ein weißes Handtuch suchen, das auf der Wiese versteckt ist. „Aber noch nicht drunter gucken“, mahnt Esmann. Insgesamt 14 Spürnasen sind im Einsatz. „Ich habe es“, schallt kurze Zeit später der Ruf von Nils über die große Streuobstwiese. Alle stürmen zu dem Neunjährigen hinüber. Pflanzen-Memory ist angesagt. Unter dem Tuch liegen zehn Pflanzen, die es gilt auf der Wiese zu finden. „Ich kenne aber nicht so viele Pflanzen“, sorgt sich der fünfjährige Anton.
Kein Problem, es geht zu Zweit los, und er kriegt sogar Esmann als Partnerin. Blitzschnell bilden sich die Pärchen, und es geht nach einem langen Blick auf die Pflanzen los. Die Augen fest auf die blühenden Gewächse gerichtet, ziehen alle durch das Gras. Das Tuch liegt wieder über den Gewächsen. Jonathan und Darlene haben eindeutig ein gutes Gedächtnis. Sieben Pflanzen haben der Sechs- und die Siebenjährige schon zusammengetragen.
Mit der Becherlupe auf Tiersuche
Alle Kinder in ihren Gummistiefeln und Regenjacken sind über die Wiese verstreut. Ein Pfiff von Esmann, die Zeit ist rum. Es geht ans Vergleichen und Zählen. Aber nicht nur das. Zu jeder der Pflanzen weiß Esmann etwas zu berichten. Da ist die wilde Möhre, die wirklich wie eine richtige Möhre riecht und der Spitzwegerich, der auch als Indianerpflaster bekannt ist. Dass man aus der Wurzel der Wegwarte früher Kaffee gemacht hat, wusste bislang auch noch niemand. Wer sagt, das ein Tag auf der Wiese langweilig ist, wird eines Besseren belehrt. Mit der Becherlupe auf Tiersuche und bei Spielen wie Grillenhochzeit und Feuerwanzentanz vergeht die Zeit wie im Flug.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



