Viersen: Polizeivilla: Zukunft ungewiss
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011Viersen (RP). Die CDU in Alt-Viersen unterstützt die Initiative "Pro Josefsring", die den zügigen Abriss der Alten Polizeivilla fordert. Ratsherr Moers: "Die weitere Entwicklung der Südstadt steht und fällt mit der Fertigstellung des Erschließungsrings."
Die Diskussion um die Fertigstellung des sogenannten Josefsrings – des fehlenden Teilstücks des Viersener Erschließungsrings zwischen Gladbacher und Freiheitsstraße – erregt vor allem in der Südstadt die Gemüter. Fakt ist: Die Mehrheit der politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsgremien hat sich in den zurückliegenden Jahren maßgeblich für den Bau des "Josefsrings" eingesetzt.
In diesem Konzept ist der Abriss der alten und maroden – aber denkmalgeschützten – Polizeivilla an der Ecke Gereonstraße / An der Josefskirche unerlässlich. "Die hierfür erforderliche rechtskräftige Erlaubnis liegt vor", so Ralf Robertz, Vorsitzender der CDU in Alt-Viersen. "Wenige Viersener Bürger, unter der Führung von Bündnis 90/Die Grünen, versuchen seit kurzem, dieses heruntergekommene und nicht mehr nutzbare Gebäude zu schützen.
Erschließungsring
Gesamtkosten Die Gesamtkosten für den Erschließungsring in Viersen haben nach Schätzung der Verwaltung bisher rund 50 Millionen Euro betragen.
Lückenschluss Fünf Millionen Euro soll der – rund 500 Meter lange – fehlende Lückenschluss zwischen Gladbacher Straße und Freiheitsstraße kosten.
Finanzierung Das Land NRW unterstützt den Bau mit rund 2,8 Millionen Euro.
Hierfür riefen sie den Petitionsausschuss des Landtags NRW an, der sich dieser Petition auch annahm. Ein Abrissaufschub ist die Folge. Aufgrund plötzlich und inhaltlich nicht nachvollziehbarer Eingaben einer absoluten Minderheit wird hier ein städtebaulich immanent wichtiges Projekt zur Verbesserung der Viersener Infrastruktur und des Wohnumfeldes in der Südstadt lahmgelegt, ja vermutlich sogar verhindert."
Seit Jahren arbeiten Bürger im Südstadtbüro für eine Verbesserung ihres Stadtviertels. Dies hat zu bemerkenswerten Erfolgen geführt. Allein für den Erwerb von Grundstücken und der Vorbereitung der Straßentrasse wurden bereits 2,2 Millionen Euro investiert. "Die weitere Entwicklung der Südstadt steht und fällt mit der Fertigstellung des inneren Erschließungsrings.
Es verbliebe ein verkehrstechnischer Torso, der letztlich sogar Nachteile für die Gesamtstadt bringen könnte", sagt Ratsherr Dr. Jürgen Moers. Die CDU Alt-Viersen werde sich gegen diese "städtebaulichen Geisterfahrer" stellen und die Mehrheiten in der Stadt für einen Abriss der Alten Polizeivilla bündeln.
Bürger aus der Südstadt sind inzwischen ebenfalls an den Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtags mit dem Ziel herangetreten, schnellstmöglich den Abriss des Gebäudes zu erreichen. Die Betroffenen befürchten, dass durch endlose Diskussionen um das marode Bauwerk, der zügige Fluss von Fördermitteln für die Errichtung des "Josefsrings" gestoppt werden könnte.
"Wir brauchen ein Signal nach Düsseldorf, durch das die Mehrheitsverhältnisse in der Viersener Bevölkerung richtig wiedergegeben werden. Die Villa muss endlich weg. Wir erwägen, über unsere CDU-Stadtratsfraktion den entsprechenden Antrag auf Abriss zeitnah im zuständigen Ausschuss zu stellen", kündigt Robertz das weitere Vorgehen an.
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