Viersen: "Regionale Ausgewogenheit ist wichtig"
zuletzt aktualisiert: 31.10.2009Viersen (RPO). Michael Aach, CDU-Fraktionsvorsitzender im Viersener Kreistag, sieht in dem Kommunalwahlergebnis von fast 47 Prozent einen klaren politischen Führungsauftrag des Bürgers an die Christdemokraten und Landrat Peter Ottmann.
Die Mitglieder des Viersener Kreistags trafen sich zu ihrer konstituierenden Sitzung im Forum des Kreishauses. RP-Redakteur Joachim Nießen sprach mit dem neuen 32-jährigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Aach über seine politischen Ziele und die seiner Fraktion.
Welche Bedeutung hat Ihre Wahl zum Kreistagsfraktionsvorsitzenden für die CDU im Kreis Viersen und wie wird die neue Fraktion unter Ihrer Leitung arbeiten?
Aach Die Wahl zum Vorsitzenden der CDU Kreistagsfraktion war nicht nur eine Entscheidung für einen Generationswechsel, sondern auch für einen anderen Politik- und Arbeitsstil. Aufgaben sollen zukünftig auf mehrere Schultern verteilt werden. Die Fraktionsarbeit soll damit deutlich kreativer werden und größere Handlungsspielräume eröffnet werden.
Der Politische Weg
Der 32-jährige Dülkener Diplom-Kaufmann und Viersener Ratsherr Michael Aach:
Kreisvorsitzender der JU von 1999 bis 2005
Kreistagsabgeordneter seit 1999
stellvertretender Fraktionsvorsitzender seit 2004
Ortsbürgermeister in Dülken seit 2008
Fraktionsvorsitzender der CDU-im Kreistag seit 26. Oktober 2009
Wieso haben Sie den Vorstand der Fraktion grundlegend neu strukturiert?
Aach Der Veränderung an der Spitze sollte auch eine Neuausrichtung in der Breite folgen. Ich habe dabei großen Wert auf regionale Ausgewogenheit gelegt. Meine Stellvertreter kommen aus Kempen, Willich und Schwalmtal und die 1. stellvertretende Landrätin Luise Fruhen aus Tönisvorst. Wichtig war mir auch, die Abgeordneten aus allen kleinen Gemeinden in die Fraktionsspitze einzubinden. Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und jungen, frischen Kollegen ist die Fraktion jetzt optimal für die zukünftige Arbeit aufgestellt.
Über die Zusammenarbeit der CDU mit den anderen Fraktionen im Kreistag ist in den vergangen Monaten viel diskutiert worden. Wie sehen hier Ihre Vorstellungen aus?
Aach Ich will im Kreistag ein Klima der politischen Diskussion schaffen, in dem in erster Linie Verbindendes gesucht statt Trennendes gefördert wird. Im intensiven Gedankenaustausch mit den Fraktionen von FDP, SPD und Grünen will ich die besten Lösungen für die Bürger im Kreis Viersen suchen. Bei Ideen und Initiativen aus diesem Kreis darf es zukünftig keine Denk- und Diskussionsblockaden geben. Gelingt es einmal nicht, notwendige Entscheidungen auf breite Mehrheiten zu stellen, ist die FDP ohne wenn und aber unser erster Ansprechpartner. Allerdings leiten wir schon aus dem Kommunalwahlergebnis von fast 47 Prozent einen klaren politischen Führungsauftrag des Bürgers an die CDU und unseren Landrat Peter Ottmann ab.
Der Kreispolitik scheinen in den nächsten Jahren schwierige Aufgaben bevorzustehen. Wo sehen Sie die wichtigsten Handlungsfelder?
Aach Die sich abzeichnenden Haushalts- und Finanzprobleme stellen eine echte Herausforderung sowohl für den Kreis, als auch für die Städte und Gemeinden dar. In Krisenzeiten muss die kommunale Familie zusammenstehen, und jeder Partner seine Lasten tragen und Sparanstrengungen unternehmen. Im Zusammenhang mit dem immer noch erheblichen Besitz des Kreises an RWE Aktien wird der Kreistag sowohl über die richtige Vermögensstruktur, als auch Vermögensverteilung beraten müssen. Daneben halte ich die Aufgaben- und Zieldiskussion bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für eine herausragende Zukunftsfrage. Wichtige Akzente sollte der KreisViersen auch weiterhin im Bildungsbereich mit seinen eigenen Schulen und beim kulturellen Angebot setzen.
Wie bewerten Sie den sonderbaren Abgang ihres Vorgängers Rudi Alsdorf und welche Auswirkungen hat dessen Parteiaustritt auf die künftige Arbeit in der Fraktion?
Aach Es war von mir beabsichtigt, Herrn Alsdorf in die Arbeit der Fraktion einzubinden und mit der Wahrnehmung wichtiger Aufgaben in Ausschüssen und Gremien zu betrauen. Obwohl er dies wusste, hat er auf eine demokratisch getroffene Entscheidung mit einem einsamen Entschluss reagiert. Das Ergebnis haben wir so zu akzeptieren. Die Fraktion wird jetzt jedenfalls nach vorne gucken und sich auf die Sacharbeit konzentrieren.
In Viersen sind Sie gerade als Ratsherr eindrucksvoll bestätigt worden. Wie sieht hier Ihre politische Arbeit künftig aus?
Aach Als Fraktionsvorsitzender im Kreistag halte ich eine gewisse Neutralität für besonders wichtig. Aus diesem Blickwinkel heraus muss man die Interessen aller Städte und Gemeinden im Kreis gleichermaßen im Auge haben. Deshalb werde ich führende Parteiämter in der Viersener CDU bei den demnächst anstehenden Neuwahlen abgeben. Die Stadtratsfraktion habe ich am Mittwoch gebeten, für meine bisherigen Aufgabenfelder neue Verantwortliche zu suchen. Das Ratsmandat und die Aufgabe des Ortsbürgermeisters von Dülken will ich jedoch weiterführen. Bei der Kommunalwahl im August haben die Bürger meine Arbeit mit sehr guten Wahlergebnissen bestätigt. Hier fühle ich mich den Menschen meiner Heimatstadt verpflichtet diese Arbeit fortzusetzen. SEITE B 7
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