Viersen: Rochlitz bleibt eine liberale Hochburg
zuletzt aktualisiert: 13.06.2008Viersen (RPO). Nettetal/Rochlitz (RP) So wiie die Rochlitzer müssen sich die Nettetaler bald umgewöhnen. Nach 29 Jahren Amtszeit hat Oberbürgermeister Joachim Knappe nicht erneut kandidiert. Seine Nachfolgerin wurde Kerstin Arndt, deren Wahlerfolg Rochlitz als FDP-Hochburg unterstrich. Mit 56,6 Prozent der Stimmen setzte sich die in der Stadt bekanntere Kerstin Arndt gegen die CDU-Kandidatin Uta Dornig (43,4) aus Dresden durch.
Die Entscheidung fiel bei der mit 50,9 Prozent überraschend geringen Wahlbeteiligung recht knapp aus. Vor sieben Jahren gingen 58 Prozent zur Wahl, Knappe wurde mit 85,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Die CDU-Kandidatin holte diesmal mehr Stimmen als seinerzeit der klar unterlegene SPD-Konkurrent.
„Ich war total aufgeregt“, bekannte die 47-jährige Kerstin Arndt. Die geringe Wahlbeteiligung stimme sie traurig, das gelte gerade für eine Kommunalwahl. Sie arbeitet als parlamentarische Beraterin der FDP-Fraktion im Dresdner Landtag. Natürlich werde sie sich vor der Übergabe der Amtsgeschäfte durch Gespräche im Rathaus mit ihrer neuen Aufgabe vertraut machen. „Ich kann den Wunsch mancher Bürger nach Veränderung nachvollziehen, und ich denke, den kann man erfüllen“, erklärte Arndt.
„Manches anders“
Der scheidende Oberbürgermeister Joachim Knappe weiß, dass die neue Rathauschefin „manches anders machen wird, als ich“. Trotzdem zeigte er sich nach der spannenden Auszählung der Stimmen froh, dass „diese Frau es geschafft hat, die ich sehr schätze und die wir seit langem auf dieses Amt vorbereitet haben.“
Während Arndt mit Familie, Wahlhelfern und Mitstreitern der FDP im Rathaus den Wahlsieg feierte, saß Uta Dornig (46) in einer Rochlitzer Gaststätte und schnitt eine Erdbeertorte an, die Sympathisanten ihr geschenkt hatten. „Für mich ist das trotz Niederlage ein Spitzenergebnis, vor allem wenn man die kurze Zeit von der Nominierung bis zur Entscheidung betrachtet“, meinte sie. „Völlig entspannt“ habe sie auf das Ergebnis gestern gewartet. „Für mich geht ja das Leben als sichere Beamtin weiter.“ Der „Vater ihrer Kandidatur“, CDU-Stadtverbandschef Andreas Scheiner, bezeichnete das Wahlergebnis als beeindruckend. „Es mache Mut für die nächsten Wahlen.
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