Viersen: Rock trifft Clara Schumann
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Viersen (RPO). Das Städtische Gymnasium Dülken soll in Clara-Schumann-Gymnasium umbenannt werden. Ein Grund für die Schule, einen Projekttag zu starten, bei dem sich alles um die bekannte Pianistin und Komponistin dreht.
"Der Stammbaum ist fertig", sagt Tomke (10) und legt das Werk in die Mitte des Tisches. Marianne Tromlitz, geboren 17.8. 1797, ist neben dem Namen Friedrich Wieck, geboren 18.8.1985, zu lesen. Ein Pfeil darunter zeigt neben mehreren Namen auch den einer Clara. "Das ist Clara Schumann, die berühmte Pianistin und Komponistin", erklärt Daniela (11). Und genau diese Frau und die Zeitepoche, in der sie lebte, beschäftigt die Schüler der Klasse 5a des Städtischen Gymnasiums Dülken.
Da sind ihre acht Kinder aufgelistet, dort die technischen Erfindungen der Epoche und daneben die prägenden geschichtlichen Ereignisse. Clara Schumann ist der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Schule beim Projekttag unter ihrem Namen, denn schließlich soll das Städtische Gymnasium bald ihren Namen tragen. In der Aula ist Musik angesagt. Zarte Klaviertöne werden von etwas schrillen E-Gitarren-Rhythmen überlagert. Dazwischen ist ein Schlagzeug zu hören, und wenn man genau horcht, erkennt man im Hintergrund leise Klaviermusik von Clara Schumann.
Clara Schumann
Clara Schumann wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren. Sie starb am 20. Mai 1896 in Frankfurt. Sie unternahm schon im Kindesalter unter ihrem Vater, Friedrich Wieck, Konzertreisen und galt als Wunderkind. 1840 heiratete sie Robert Schumann. Sie war Lehrerin am Konservatorium in Frankfurt und gehörte zu den großen Virtuosenpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Als Komponistin schrieb sie Lieder, Stücke und ein Konzert für Klavier.
Beziehung zum Konservatorium
"Wir wollen die klassische Musik mit heutiger, moderner Musik zusammenbringen. Die Schüler sollen jetzt erst einmal selbstständig Akkorde heraushören", erklärt Hans Ajiet Holtkamp. Der Hobbymusiker und Vater eines Schülers hat selber eine ganz besondere Beziehung zum neuen Schulnamen. "Mein Urgroßvater, Waldemar von Baußnern, war Direktor des Hochschulkonservatoriums in Frankfurt, an dem auch Clara Schumann studierte", informiert er. Für ihn ein Grund, sein Projekt "Clara rockt" anzubieten. Diese Musik soll bei der offiziellen Namensgebung am 22. August gespielt werden.
Nachhaltigkeit prägt auch die Arbeit der Oberstufenschüler im PC-Raum. Bilder und Bücher der Pianistin liegen auf einem Tisch, auf den Bildschirmen ist ihr Bild ebenfalls zu sehen. Die Schüler entwickeln ein neues Schullogo, und in dem soll ihr Kopf auf jeden Fall zu sehen sein. "Vielleicht könnte man ein Negativ, so eine Art Linolschnitt machen", schlägt Julia (18) vor. Mit dem Graphikprogramm ist fast alles möglich. Ein Clara-Schumann-Café – die Elterpflegschaft hat fleißig gebacken –, die Frau im 19. Jahrhundert, Rap um Clara, ihre Reisen, Clara als Mutter, Verhütung der damaligen Zeit – die Liste der Aktivitäten rund um diese bekannte Frau ist lang und vielfältig. "Uns liegt daran, dass die Schüler Clara Schumann und ihre Zeit wirklich kennen lernen", betont Schulleiter Gunther Fischer, der die Namensgebung begrüßt. "Städtisches Gymnasium" sage nichts. Aber mit dem Namen Clara Schumann könne man sich identifizieren, da die Schule sehr großen Wert auf Musik lege, so Fischer. Neben Bläser- und Streichergruppen ab Klasse fünf verfügt das Gymnasium über ein eigenes Sinfonieorchester. Musik gehört zum schulischen Leben einfach dazu.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



