Kreis Viersen: Salzvorräte werden knapp
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 07.01.2010Kreis Viersen (RPO). Die Städte Viersen und Nettetal warten auf Streu-Nachschub. Zum Wochenende soll es wieder kräftig schneien, die Vorräte in den Lagern reichen nur noch für wenige Tage. Auch die Salzbestände des Kreises gehen zur Neige.
Der Winter hat die Städte im Kreis Viersen fest im Griff. In den kommenden Tagen bleibt es mit Temperaturen zwischen minus drei und einem Grad frostig. Am Wochenende soll es wieder kräftig schneien. Mit zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee rechnet Steffen Straub, Leiter der Straßenmeisterei Nettetal. Die Betriebe rüsten sich für den neuerlichen Wintereinbruch. Doch: Das Salz wird knapp. Die Hersteller kommen mit den Lieferungen nicht nach.
Nur noch Hauptstraßen streuen
Nicht überall ist klar, ob die Vorräte für das Schneewochenende reichen werden. "Wir haben schon im alten Jahr Nachschub bestellt, doch bisher nur eine halbe Lieferung erhalten", sagt Wolfgang Halberkann. Der Leiter der Städtischen Betriebe Viersen wartet auf 100 Tonnen Streusalz und 20 000 Liter Sole. 75 Tonnen Salz habe er noch auf Lager, "wir hoffen, dass wir damit das Wochenende überstehen". Halberkann hat indes vorgesorgt und 100 Tonnen Lagersplitt bestellt. Sollte die zugesagte Lieferung nicht eintreffen, könne das verbleibende Salz mit Splitt gemischt werden.
Richtig streuen
Streupflicht Anwohner sind dazu verpflichtet, den Gehweg vor ihren Haus auf einer Breite von 1,50 Meter zu streuen und zu räumen.
Kein Salz Privatpersonen dürfen zum Streuen kein Salz benutzen. Dies ist grundsätzlich verboten, weil es die Umwelt gefährdet. Stattdessen sollten Anwohner Sand oder Granulat verwenden.
Auch in Nettetal hat die Stadt einen Plan B entworfen. Hier werden ab dem nächsten Einsatz nur noch Straßen der Stufe 1 – also Hauptstraßen, Schulwege und Gefahrenpunkte wie Kreuzungen oder Überwege – abgestreut. "Das Salz wird immer weniger, wir haben seit Dezember keine Lieferung mehr erhalten", sagt Pressesprecher Christoph Kamps. Die Salzvorräte seien auf 30 Tonnen zusammengeschrumpft. Das reicht Kamps zufolge für etwa vier Tage. "Um auch am Wochenende noch Salz zu haben, müssen wir gezielter streuen und mit Lagersplitt strecken", sagt Kamps. Dann reichten die Bestände für rund sieben Tage. Die Gemeinde Brüggen teilt mit, vorübergehend nur noch am Gefälle zu streuen.
Auch die Salzberge des Kreises Viersen schwinden: Seit Silvester wurden 70 Tonnen auf den Kreisstraßen gestreut, 35 Tonnen verbleiben – genug für etwa zwei bis drei Tage, so ein Sprecher. 100 Tonnen Salz und 250 000 Liter Sole seien bestellt. "Am Wochenende werden unsere Vorräte zur Neige gehen. Wenn das Salz bis dahin nicht eintrifft, müssen wir improvisieren und mit Sand streuen."
Etwas besser sieht es im Salzlager der Straßenmeisterei Nettetal aus. 200 Tonnen Salz lagern dort. Straub erwartet in den kommenden Tagen mehrere kleine Lieferungen. "Das wird für das Wochenende reichen", sagt der Chef der Straßenmeisterei. Er habe zudem Kontakt mit der Autobahnmeisterei Mönchengladbach aufgenommen. Sollte es knapp werden, bekommt er Salz-Unterstützung von den Kollegen.
Halberkann mahnt zur Vorsicht: "Wir raten, möglichst zuhause zu bleiben und das Auto stehen zu lassen." Busse werden wie gewohnt verkehren. "Wir sind auf das Wetter eingestellt. Die Busse sind winterfest, unsere Fahrer geschult", sagt Gisela Barr von den Niederrheinwerken. Bei Schnee oder Glätte könne es zu leichten Verspätungen kommen. Für den Notfall empfiehlt sie ein wenig Geduld und dicke Socken.
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