Viersen: Schluff Julls Bühnen-Gala
VON DIETER MAI - zuletzt aktualisiert: 22.12.2008Viersen (RPO). Mehrere Fan-Generationen trafen sich am Samstagabend zum traditionellen Weihnachtskonzert der beliebten Viersener Rock-Dinosaurier. Das Weberhaus in Süchteln war wieder einmal ausverkauft.
SÜCHTELN „Super Olaf!“ – lachend präsentieren Anne, Caroline, Marah und Dana ihr selbst gemachtes Fan-Plakat, der handgeschriebene Anfeuerungsruf gilt Olaf Kalemba, dem Frontmann und Sänger von Schluff Jull. Die vier Schülerinnen des Dülkener Albertus-Magnus-Gymnasiums sind eigens aus Brüggen und Schwalmtal angereist, um ihrem Deutschlehrer zuzujubeln. Nicht etwa im Schlepptau ihrer Eltern, deren Generation heute das Gros der Besucher stellt, sondern aus ganz eigener Initiative. „Die Musik gefällt mir richtig gut und wir sind natürlich hier, um Herrn Kalemba zu sehen.“ erklärt Caroline.
Schluff Jull
Konzerte Schluff Jull spielen in der nächsten Zeit noch einige Male in der näheren Umgebung: am Samstag, 27. Dezember, im Red Rooster in Duisburg, Freitag, 23. Januar, in Krefeld in der Kulturrampe sowie Freitag, 20. März, im Mönchengladbacher Galerie Café Message.
Homepage www.schluffjull.com
Alte Freunde treffen
Michael Winterberg aus Neuss ist in Süchteln aufgewachsen und nutzt das Konzert, sich nach Jahren hier noch mal mit alten Freunden zu treffen. „Dafür ist das hier eine tolle Gelegenheit. So viele Gesichter von früher habe ich schon ewig nicht mehr auf einem Haufen gesehen“, sagt der 47-Jährige. So wie ihm geht es offenbar vielen an diesem Abend. In der Pause bilden sich zahlreiche Grüppchen, lebhaft werden Erinnerungen ausgetauscht und Anekdoten erzählt.
Die Fans mit der weitesten Anreise sind Arne und Anneliese aus Hamburg. Das Paar handelt mit bunt gemusterter Kleidung, wie sie seit den 1960er Jahren zum Dresscode der Hippie-Kultur gehört. Hier im Foyer des Weberhauses haben sie einen farbenfrohen Stand aufgebaut, an dem es von den Socken bis zum T-Shirt alles im charakteristischen Batik-Design gibt. „Normalerweise bauen wir unseren Stand nur auf großen Festivals auf, aber heute sind wir wegen Schluff Jull hier. Mit den Jungs verbindet uns eine Freundschaft, seit sie in den späten 90er Jahren zum ersten Mal bei uns in Hamburg gespielt haben.“
Band nimmt Fahrt auf
Im Saal ist die Stimmung mittlerweile auf dem Höhepunkt: Olaf Kalembas kehliger Gesang sowie Gitarren, Keyboards, Bläser und Rhythmusgruppe verschmelzen zu einer Einheit, erdiger Rythm’n’Blues trifft auf Funk- und dann wieder Folk-Elemente. In sicherem Zusammenspiel hat die Band jetzt Fahrt aufgenommen und nimmt ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die verschiedenen Spielarten einer traditionell-amerikanischen Auffassung von Rockmusik. Die Pflege dieser Art von „handgemachter“ Musik ist wohl der entscheidende Grund dafür, dass Schluff Jull es immer wieder schafft, nicht nur die alten Fans bei der Stange zu halten, sondern auch ein jüngeres Publikum zu erreichen. Man sieht so neben den mit „ihrer“ Band gealterten Endvierzigern und deren groß gewordenen Kindern etliche aufmerksame Konzertbesucher, die altersmäßig in keine dieser beiden Kategorien passen.
So entwickelt sich die Konzertveranstaltung im Weberhaus zur rundum gelungenen Vorweihnachtsfeier, bei der die familiäre Atmosphäre stimmt, aber auch das wichtigste Thema des Abends, die Musik, eine angemessene Würdigung erfährt.
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