Viersen: Schmalfilm trifft Software
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 15.11.2010 - 14:04Viersen (RPO). Filme schneiden, alte Streifen in guter Qualität auf DVD archivieren - die verschiedenen Möglichkeiten der Filmbearbeitung standen im Mittelpunkt: Viersens Film- und Video-Club hatte zum Video-Workshop eingeladen.
Auf den langen Tischen im Haus der Gesellschaft Erholung sieht es hochtechnisch aus. Laptop, Fernseher, Superachtprojektor, Schnittcomputer, Geräte mit DVD Laufwerken, jede Menge Verbindungskabel und offene Aluminiumkoffer, in denen sich diverses Filmzubehör befindet, geben sich ein buntes Stelldichein.
Sowohl auf dem Fernseher wie auch auf dem Computerbildschirm laufen zahlreiche Schnittprogramme, die von Günter Eggen und Heribert Maubach bedient werden. Der Vorsitzende und der Schatzmeister des Viersener Film- und Video-Clubs haben dabei jeweils reichlich Besucher, die ihnen neugierig über die Schulter schauen. „Was ist das denn?“ möchte Martin Limp wissen und deutet auf den schwarzen Kasten unter dem Fernseher, der ein bisschen an einen Videorekorder erinnert.
Film- und Video-Club
Treffen Der Viersener Film- und Video-Club trifft sich jeden zweiten Montag, 19.30 Uhr, im Monat in der Gesellschaft Erholung an der Bahnhofstraße 36 in Viersen.
Ausrüstung Interessierte sind jederzeit willkommen. Wer dem Verein beitreten möchte, zahlt 75 Euro Jahresbeitrag und kann entsprechend die vereinseigene Ausrüstung nutzen
„Das ist ein Schnitt- und Bearbeitungscomputer, eine Alternative zur Bearbeitung am Computer“, beantwortet Eggen die Frage und damit stecken Limp und Eggen auch schon mittendrin im Fachgespräch über die Filmbearbeitung.
Aber nicht nur hier fliegen Fragen und Erklärungen sowie praktische Vorführungen hin und her. Rund um die digitale Filmbearbeitung dreht sich an diesem Tag alles in der Gesellschaft Erholung in Viersen. Der Viersener Film- und Video-Club hat zu seinem mittlerweile achten Video-Workshop eingeladen. „Wir möchten interessierten Bürgern gerne zeigen, was sie alles aus dem Metier Film herausholen können, um Freuden und Verwandten wirklich gute selbstgedrehte und geschnittene Filme zeigen zu können oder alte Filmschätzchen zu retten“, bemerkt Eggen.
Und das Interesse ist da, wie die Besucherzahlen zeigen. „Ich filme seit guten einem Jahr und möchte mich in Sachen Bearbeitung verbessern“, erklärt Martina Heyer, die gerade in ein Fachgespräch mit Maubach vertieft ist. Die in die Videokamera eingebaute Festplatte und das Ziehen der Filme auf den Computer ist das Thema. Die Vor- und Nachteile bestimmter Software, Tricks, wie manches einfacher geht, die Mitglieder des Clubs sind auf dem neuesten Stand und das vermitteln sie auch gerne weiter.
Wie ein Profifilm aussehen kann, zeigt Herbert Boox. Selber Mitglied im Film- und Video-Club hat er einen rund 45 Minuten langen Film für den Viersener Heimatverein erstellt. „Das ist die Arbeit von zwei Jahren“, informiert Boox, bevor er auf den Playknopf drückt und der Film „Viersen - eine niederrheinische Stadt voller Geschichte, Kultur und Leben“ über die Leinwand läuft. Einlaufende Sequenzen, eine ausgeglichene Kameraführung, eine hervorragende Vertonung, abwechslungsreiche Filmbilder - der Film ist ein echter Hingucker und informativ und unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Und mancher Zuschauer war im Anschluss so begeistert, dass er ihn direkt erwirbt. Sei es als Vorbild fürs eigene Filmen oder einfach nur zum gemütlichen Anschauen daheim.
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