Schwalmtal: Schwalmtal ehrt Freiwillige
VON BIRGITTA RONGE - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009Schwalmtal (RPO). Beim Neujahrsempfang der Gemeinde fand Schwalmtals Bürgermeister Reinhold Schulz deutliche Worte für den Wirbel der vergangenen Wochen – und lud dazu ein, optimistisch ins neue Jahr zu blicken.
Man müsse optimistisch ins neue Jahr blicken – auch wenn aufgrund der Finanzkrise vieles dagegen spräche, fand Bürgermeister Reinhold Schulz beim Neujahrsempfang der Gemeinde in der frisch renovierten Aula des St. Wolfhelm-Gymnasiums Waldniel. Im vergangenen Jahr, so Schulz rückblickend, habe sich in Schwalmtal viel bewegt: Die Arbeitslosenzahl sei zurückgegangen, viele Jugendliche konnten durch das Engagement der Schulen einen Ausbildungsplatz finden. Acht neue Unternehmen haben sich vor Ort niedergelassen, die Kassenlage habe sich gebessert. "Viele Einrichtungen, Gruppen, Vereine, auch die Mitglieder der Gemeindeverwaltung mussten hierfür Opfer bringen, doch es hat sich gelohnt", so Schulz. Nun gelte es, weiter sparsam zu haushalten. Vor allem deshalb, weil sich die Finanzkrise auch auf Schwalmtal auswirken werde, auf Steuereinnahmen, Grundstücksverkäufe und wahrscheinlich auch auf die Arbeitslosenzahlen. Sein Rezept für 2009: die Förderung des Mittelstandes, der Ausbau des Betreuungsangebots, gerade für die Unter-Dreijährigen sowie Investitionen in Jugend und Bildung.
Förderpreis für Helfer
Aus 36 Vorschlägen wählte die Jury die Preisträger des Förderpreises für besonderes bürgerschaftliches Engagement 2008. Den ersten Platz teilen sich Willi Gehlen, der für sein Lebenswerk geehrt wurde, sowie Erwin Münten und die Verantwortlichen der Schwalmtalzupfer.
Den 2. Platz erhielt Walter Arretz und die Redaktion des Heimatboten Schwalmtal, der 3. Platz ging an Bernd Zenner und die Schwalmtaler Tafel.
Da kam Schulz nicht umhin, auf die aktuelle Diskussion um die geplante Gemeinschaftsbücherei mit Zweigstellen am Waldnieler Markt und in Elmpt hinzuweisen. "Wenig glückliche Äußerungen von Politikern in der Presse" hätten in den vergangenen Tagen einigen Wirbel ausgelöst: "Wenn Politiker im Rat für eine Lösung stimmen und dann, wenn es ein personelles Problem gibt, das im übrigen kurz vor der Lösung steht, dies ohne belegbaren Grund aufbauschen und die ganze Sache in Frage stellen und dann auch noch mit unrichtigen Aussagen – aus welchen Gründen auch immer – für Wirbel und Verunsicherung sorgen, halte ich dies für unverantwortlich", erklärte Schulz. Dies gelte "insbesondere für die wenig hilfreichen Bemerkungen zu den Fähigkeiten der Ehrenamtler". Gerade sie seien für Schwalmtal unverzichtbar, man sei stolz darauf, dass sich in Schwalmtal so viele engagierten und dadurch die Lebensqualität in der Gemeinde verbesserten. Über das Engagement der Freiwilligen fand Schulz auch einige Worte zum Thema ,Bürgerwehr': Der Begriff sei "unglücklich gewählt", es handele sich vielmehr um eine "Bürgerinitiative", die "aktuelle Problemlösungen in Sicherheits- und Ordnungsfragen" erarbeiten wolle, sich von allen Formen der Gewalt distanziere und auf Dialog setze. Dies habe er in ersten Gesprächen mit den Sprechern der Initiative erfahren. Es handele sich nicht um eine Gruppe, die als "selbsternannte Ordnungshüter mit Baseballschlägern durch die Gemeinde laufe", sondern um "einen Zusammenschluss von Menschen, die nicht wegschauen, sondern konstruktiv zur Lösung von Sicherheits- und Ordnungsproblemen beitragen wollen".
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