Kommentar: Selbst sind die Gemeinden
zuletzt aktualisiert: 08.07.2010Kommentar (RPO). Nein, die Gründung der "Touristischen Arbeitsgemeinschaft" mit dem recht sperrigen Label "Freizeitregion Schwalm-Nette im Naturpark" ist kein Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Tourismus Niederrhein GmbH. Dies beteuerten gestern die fünf Bürgermeister aus den beteiligten Gemeinden im Westen des Kreises Viersen. Wie sollten sie so etwas auch öffentlich verkünden? Alle gehören dem Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen an, die wiederum die Aktivitäten der Niederrhein Tourismus GmbH steuert. An dieser Stelle will niemand zurzeit zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Außerdem ist die Idee, die der frühere Nettetaler Beigeordnete Mark Lahmann hatte, auch schon fast vier Jahre alt.
Ein Blick auf die Karte des Einzugsgebiets der Tourismus Niederrhein GmbH ist dennoch sehr aufschlussreich. Die fünf Gemeinden aus dem Westkreis Viersen hängen unten links dran. Sie sind zwar dabei, aber ganz bestimmt nicht mittendrin. In letzter Zeit spielt, abgesehen von den Produkten, die für alle Gebietskörperschaften entwickelt wurden, die Musik im Fremdenverkehr weiter nördlich, im Kreis Kleve und in Teilen des Kreises Wesel. Flughafen Weeze und Xanten sind Selbstläufer, die Besucher in Scharen anziehen.
Das ist letztlich der Grund, warum die fünf Gemeinden eigene touristische Basisarbeit leisten wollen. Sie sehen – vollkommen zurecht – noch sehr viel Potenzial vor allem in der geradezu einmaligen Landschaft, aber auch in der eigenen Historie. Daraus ließen sich zweifellos touristisch anziehende Pakete schnüren. Wichtig ist es, die gemeinsamen Aktivitäten so zu steuern, dass am Ende die beabsichtigte, nachhaltige Wertschöpfung erfolgt: Umsatz, Arbeitsplätze, Investitionen – nicht nur der öffentlichen Hand. LUDGER PETERS
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