Kreis Viersen: Siebenkotten nach Berlin
VON GÜNTER VERSTAPPEN - zuletzt aktualisiert: 09.01.2008Kreis Viersen (RPO). Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion wird am 1. September Direktor des Deutschen Mieterbundes. Sein Hauptwohnsitz wird aber weiterhin Anrath bleiben. Auch wird er weiter die SPD-Kreistagsfraktion führen.
Mindestens bis zur Neuwahl im November will Lukas Siebenkotten an der Spitze des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Viersen bleiben. Auch in seiner Krefelder Anwaltskanzlei wird der SPD-Politiker aus Willich weiter tätig sein, hier allerdings seine Arbeit auf wenige Fälle beschränken.
Seit dem 1. Januar ist Siebenkotten bereits stellvertretender Direktor des Deutschen Mieterbundes. Im Dezember war der frühere Willicher Bürgermeister vom Beirat der Organisation zum Nachfolger des jetzigen Direktors Dr. Franz-Georg Rips gewählt worden, der bereits im Juni des vergangenen Jahres zum Präsidenten des Mieterbundes und damit zum Nachfolger von Anke Fuchs (SPD) bestimmt worden war.
Während der Präsident des Deutschen Mieterbundes seine Funktion ehrenamtlich wahrnimmt, ist der Direktor hauptamtlich als Geschäftsführer tätig. Siebenkotten wird in der Woche meist in Berlin arbeiten. Derzeit ist er in der Bundeshauptstadt und sucht ein Appartement. Am Wochenende oder zur kommunalpolitischen Arbeit in der Woche kommt er in den Kreis Viersen, wo er seinen Hauptwohnsitz in Anrath behält. Er sieht sich hier in einer mit einem Bundestagsabgeordneten vergleichbaren Rolle. Zum neuen Amt kommt Siebenkotten durch seinen Kontakt zum jetzigen Direktor Rips, den er aus früherer gemeinsamer Arbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei in Köln kennt. Zur Zeit, als Siebenkotten in Willich Bürgermeister war, hatte Rips dieses Amt in Erftstadt inne. Siebenkotten: „Wir hatten ständig Kontakt, und so fragte er mich, nachdem er zum Präsidenten des Mieterbundes gewählt worden war, ob ich mir vorstellen könne, neuer Direktor zu werden.“
Mehr als eine Million Mitglieder
Siebenkotten konnte. Umfassende politische Arbeit reizt ihn nach wie vor. Die Aussicht, in der Berliner Zentrale gemeinsam mit 30 Mitarbeitern die Interessen von mehr als einer Million Mitglieder in 323 örtlichen Mietervereinen aus der ganzen Republik in bundespolitischen Gremien – etwa in den Bundestagsausschüssen und -fraktionen – vertreten zu können, erscheint ihm als neue, interessante Herausforderung. Als Beispiel nennt er die Ausarbeitung neuer Klimaschutzbestimmungen, die künftig Hausbesitzer zu beachten haben. Hier gehöre es zu seiner Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Mieter durch Mieterhöhungen nicht mehr belastet werden, als sie durch geringeren Energieverbrauch auch tatsächlich sparen. Hinzu kommt für Siebenkotten die interne Arbeit in der Organisation mit ihren Landesverbänden und Mietervereinen.
Das soll seine kommunalpolitische Arbeit nicht stören. „Es ist für mich wichtig, auch in der Politik meines Heimatkreises tätig zu sein“, betont Siebenkotten. Er ist seit der vergangenen Kommunalwahl im Herbst 2004 Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.
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