Niederkrüchten: Signals ziehen aus Elmpt ab
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 13.09.2007Niederkrüchten (RPO). Im Rahmen ihrer Stationierungspläne hat die britische Regierung gestern bekannt gegeben, dass die Standorte Mönchengladbach JHQ und Elmpt möglicherweise bis 2014 schließen. Dann steht ein „Dorf im Dorf“ leer.
Die Pläne wurden in einem Schreiben vom britischen Verteidigungsminister Des Browne an den deutschen Verteidigungsminister Franz-Josef Jung sowie in einer ministeriellen Erklärung vor dem britischen Unterhaus angekündigt.
Danach wird zuerst das Hauptquartier des Alliierten Schnellen Eingreifkorps (HQ ARRC) abgezogen, dann werden die 1. Fernmeldebrigade (1 Sig Bde; auch Elmpt) und die Logistikbrigade 102 aus Gütersloh in der Zeit von 2009 bis 2014 nach Großbritannien verlegt. Endgültige Beschlüsse über den Abzug des HQ ARRC werden zum Jahresende erwartet.
Zum HQ Rheindalen gehören als Unterstützungselemente auch das Hauptquartier der 1. Fernmeldebrigade und das Unterstützungsbataillon des ARRC – sie sollen nach Innsworth in Gloucestershire/ GB verlegt werden.
1 SIG BDE – Fernmelder
Brigade Etwa 1 150 Militärpersonal (HQ und Einheiten), befehligt von Brigadegeneral Nick Pope. Die Brigade soll den Führungsdienst sowie unterstützende Fernmelde-Informationssysteme für das HQ ARRC vorbereiten und liefern – Beitrag zu militärischen Pflichten der Briten gegenüber der NATO.
Personalbestand JHQ Rheindahlen: 5 270 (Militärpersonal, ziviles Gefolge, Familienangehörige); Standort Elmpt: 2 680 (Militär, ziviles Gefolge, Angehörige)
Zivilbeschäftigte Etwa 900 im JHQ und 370 in Elmpt
Das in der Javelin-Kaserne stationierte 7. und 16. Fernmelderegiment soll von Elmpt heimwärts ziehen; RAF Cosford in den West Midlands ist als Standort empfohlen. Der Rest der im JHQ und in Elmpt stationierten Truppen soll in andere deutsche Standorte verlegt werden. Infolgedessen wäre die Schließung des JHQ Mönchengladbach und der Javelin Barracks in Elmpt bis 2014 zu erwarten.
„Jetzt haben wir Planungssicherheit“, sagte Bürgermeister Herbert Winzen. „Wir müssen uns nun überlegen, was mit dem Gelände geschieht. Da ist zunächst der Bund als Eigentümer am Zuge. Er muss erklären, wie er sich eine Folgenutzung vorstellen könnte.“ Auf keinen Fall, so hatte die Gemeinde erst kürzlich betont, wolle man Flugbetrieb. Dass hier niemand mehr abhebt, hatte NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) zugesichert.
Er will sich bei der zivilen Folgenutzung des Flughafengeländes aktiv einbringen. Fatal wäre eine dauerhafte Militärbrache auf dem 1000 Hektar umfassenden Kasernengelände, das in Elmpt 55 Jahre lang eine Art Dorf im Dorf bildete. Seit November 2003 hatten die Briten 491 in den 1950-er und 60-er Jahren gebaute Familienhäuser saniert.
Es werde Arbeitskreise geben, kündigte Winzen an. „Aber ohne Hilfe von Bund und Land wird die Gemeinde dieses Problem nicht stemmen können.“ Chancen sieht der Bürgermeister beim Bau des Eisernen Rheins. Die Verkehrsanbindung an die Autobahn werde sich mit dem Weiterbau noch verbessern.
Landrat Peter Ottmann bedauert die Pläne der britischen Regierung. „Im Lauf der Jahrzehnte haben sich tiefe Freundschaften zwischen den Soldaten und der Bevölkerung im Kreis Viersen entwickelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese auch nach dem Abzug bestehen bleiben. Wir im Kreis Viersen werden alle Anstrengungen unternehmen, neue Arbeitsplätze für die Zivilangestellten zu schaffen.“
Lange Gesichter gab’s gestern bei den rund 370 Zivilangestellten. Alexander Schmitz, Vorsitzender der Personalvertretung, kündigte für den 20. September eine Personalversammlung an.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



