Viersen: Solar-GmbH für Viersen
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 14.03.2007Viersen (RPO). Viersens CDU fordert, dass die Kreisstadt beim Umweltschutz neue Wege geht. Erdwärme und Photovoltaikanlagen könnten künftig in Schulen und Verwaltungsgebäuden für Energie sorgen. Das soll die Verwaltung jetzt prüfen.
Für Fritz Meies, CDU-Ratsherr und Kreistagsabgeordneter, ist es eine „Herzensangelegenheit“ – und seine Kollegen staunten in der jüngsten Sitzung des Viersener Umweltausschusses nicht schlecht, als er diese lautstark in die Debatte einwarf: Der Christdemokrat fordert ein Drei-Punkte-Programm für den Umweltschutz.
So soll die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung prüfen, ob der Einsatz von Erdwärme als Heizenergie in der Kreisstadt möglich ist. „In Viersen gibt es erst vier Häuser, die auf diese Weise beheizt werden“, so der exzellent vorbereitete Meies. In Schwalmtal sei es immerhin eine ganze Siedlung. Meies: „In der Schweiz sind es 40 Prozent, in Schweden 90 Prozent aller Häuser. Ab einer Tiefe von 100 Metern gibt es im Boden eine Energie, die lebenslänglich vorhanden ist, nichts kostet und die Umwelt nicht belastet.“ Entsprechendes Kartenmaterial über Bodenbeschaffenheit und Wärmequellen sei beim Geologischen Landesamt für jedes Grundstück abrufbar. „Warum soll nicht einmal geprüft werden, ob zum Beispiel das Stadthaus auf diese Art und Weise beheizt werden kann“, so der CDU-Politiker.
EnergieAgentur.NRW
Die EnergieAgentur.NRW informiert Bürger, Unternehmen und Kommunen über „Energieeffizientes und solares Bauen“, „Innovative Kraftwerke und Netztechnik“, „Biomasse“, „Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft“, „Brennstoffzelle und Wasserstoff“ sowie „Solarenergie“.
Ansprechpartner der EnergieAgentur.NRW gibt es im Internet unter www.ea-nrw.de oder Telefon 0202/2 45 52-0.
Als zweiten Punkt fordert Meies von der Verwaltung einen jährlichen „Energiebericht“, in dem alle kommunalen Gebäude aufgelistet sind: „So kann jederzeit festgestellt werden, wo und wie Energie gespart werden kann.“
Bürger beteiligen
Bei Punkt drei möchte der Christdemokrat alle Bürger mit ins Boot holen. Unter dem Slogan „Sonne in die Schule“, will Meies ein Projekt in Viersen ins Leben rufen, an dem sich Schulen beteiligen können. Wie am Willibrord-Gymnasium in Emmerich soll eine Solaranlage zur Stromgewinnung installiert und die gesamte Energietechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. „Das Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium hat bereits Interesse gezeigt und würde sofort in so ein Projekt einsteigen“, versichert Meies. Das Besondere an der Maßnahme in Emmerich: Es wurde die „Solar&Spar Contract GmbH & Co. KG Willibrord Gymnasium Emmerich“ gegründet: 77 Bürger aus Emmerich und anderswo sind daran finanziell beteiligt und profitieren damit direkt vom ökonomischen Erfolg des Projektes. Nach Abschluss aller Einsparmaßnahmen reduziert sich der Stromverbrauch am Willibrord-Gymnasium seit 2004 pro Jahr um rund 250 000 kWh und der Wärmeverbrauch um rund 600 000 kWh. Dadurch werden der Atmosphäre jährlich insgesamt rund 600 000 Kilogramm Kohlendioxid erspart.
Laut Meies bringt das von den Bürgern eingezahlte Geld derzeit eine Verzinsung zwischen fünf und acht Prozent: „Für Viersen haben die Niederrheinwerke und die Stiftung der Sparkasse ihre Bereitschaft erklärt, sich an dem Projekt zu beteiligen.“
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