Viersen: Stadtrat schließt Hauptschule einstimmig
VON FRANK SCHLIFFKE - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009Viersen (RPO). Die Stadt braucht und bekommt einen neuen Schulentwicklungsplan. Das haben Schulausschuss und Rat am Dienstagabend beschlossen. Dabei soll, wie Schuldezernent Dr. Paul Schrömbges erläuterte, die "gesamte Schullandschaft" beleuchtet werden – soweit sie im Einflussbereich der Stadt als Schulträger liegt. Einer der Auslöser für die Debatte war die einstimmig beschlossene Schließung der Hauptschule Süd zum Schuljahresende.
Quer durch die Parteien wurde das Ende der Schule als "beste Lösung für die Schüler" betrachtet, wie es Michael Aach (CDU) zusammenfasste. Ausschussvorsitzender Frank-Peter Jürgen (SPD) erinnerte an die Auflösung der Overbergschule vor 22 Jahren. Damals seien die Schüler innerhalb kürzester Zeit in das neue Umfeld integriert worden. Dezernent Schrömbges wurde beauftragt, mit allen Betroffenen zu sprechen, um "einen möglichst weichen Übergang" zu sichern. Die Diskussion um den neuen Schulentwicklungsplan, der noch in diesem Jahr beschlossen werden soll, verspricht viel Zündstoff.
Hans-Willi Pertenbreiter, Fraktionsvorsitzender von FürVie, sagte: "Viersen hat mehr als genügend Nachfrage und Kapazitäten für eine zweite Gesamtschule." Das "System Hauptschule" in seiner gegenwärtigen Form könne "nicht auf Dauer weiterbestehen". Da es in Alt-Viersen künftig keine Hauptschule mehr gebe, werde der Druck auf die Anne-Frank-Gesamtschule noch weiter zunehmen. "Bessere Lösungen" forderte FDP-Fraktionschef Werner Dingel. Er habe den Eindruck, "die Schulpolitik belastet zunehmend die Schüler und die Eltern". Das gelte ausdrücklich für alle politischen Ebenen, "und auch, wenn ich da mit meiner Meinung konträr zur offiziellen Ansicht der FDP liege". Die Schüler der Hauptschule Süd werden künftig die Hauptschule Süchteln oder die Ostschule Dülken besuchen.
Es geht an die Feinabstimmung
Den rechnerischen Nachweis hatte die Verwaltung bereits vorgelegt, nun geht es an die Feinabstimmung. Dabei wird berücksichtigt, dass die Ostschule stufenweise den gebundenen Ganztagsbetrieb einführt. Die Hauptschule Süchteln wird mit den zusätzlichen Schülern an die Grenzen ihrer Kapazität stoßen. Keine Probleme sieht die Verwaltungsvorlage beim Schulweg. Die rechtlichen Vorgaben für die Zumutbarkeit seien deutlich unterschritten. Danach dürften die Schüler täglich nicht mehr als drei Stunden unterwegs sein und nicht "überwiegend vor 6 Uhr die wohnung verlassen müssen". Tatsächlich müssten aber die Hautpschüler aus Alt-Viersen ab dem nächsten Schuljahr "regelmäßig gegen 7.20 Uhr den Bus besteigen".
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