Viersen: Tumulte bei Fußballturnier
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Viersen (RPO). Nicht nur Bälle, sondern auch die Fäuste flogen beim Fußballhallenturnier „Soccer@midnight“, so sehr, dass die Polizei anrückte. Die Veranstalter – Streetwork und Jugendzentren – sind enttäuscht über die Ausschreitungen.
Lobberich Die Pokale in der Klasse der 14 bis 17-Jährigen können die Veranstalter des Soccer@Midnight-Turniers für ein weiteres Jahr in den Schrank stellen. Beim Hallenturnier des Streetwork und der Jugendzentren an der Süchtelner Straße in Lobberich flogen nämlich zeitweise auch die Fäuste – sehr zum Unwillen vieler Zuschauer und vor allem auch älterer Fußballer.
Schließlich musste sogar die Polizei gerufen werden, damit wieder Ruhe einkehrte. Enttäuscht über die jungen Hitzköpfe waren die Veranstalter allemal. Die 14. Ausgabe des Turniers hatte zunächst friedlich begonnen. Als sich die Mannschaften im „kleinen Finale“ jedoch unsportlich verhielten – man schoss mutwillig Eigentore – schlug die Stimmung um.
Breakdance
Nach dem Tumult in der Halle hatten die Breakdancer von New Basic Moves ihren Auftritt. Sie boten alle möglichen Bewegungen die den Breakdance ausmachen, Handstand, Sprünge, Drehungen auf einer Hand und auf dem Kopf. Dafür erhielten sie auch viel Applaus von den Zuschauern.
Im Finale gerieten die Teams dann aneinander, und einige Zuschauer von der Tribüne mischten bald eifrig mit. Der Konflikt setzte sich fort, als bereits die älteren Kicker in der Halle spielten. Die Halle war sehr gut besucht, es war mittags schon schwierig, einen freien Platz auf der Tribüne zu finden. Wie immer gab es ein breites Rahmenprogramm, das von den Jugendlichen gerne angenommen wurde.
Spieler schossen Eigentore
„Die Aids-Beratung musste schon vorzeitig abziehen. Denen waren die Kondome ausgegangen“, berichtete Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps wären sie durch die Halle geht. Sie war wie immer meist dicht umlagert. Einzelne Jugendliche holten sich bei ihr Rat, in Ruhe nahm sie sich Zeit für jeden. Sie kam kaum auf die Tribüne, um den Auftritt „ihrer Mädchen“ sehen. Die probten noch unmittelbar vorher letzte Feinheiten im Geräteraum. Nach dem Tanz erhielten die Mädchen viel Beifall. „Es war alles wie es sein sollte, trotz der kurzen Vorbereitung“, resümiert Kathrin noch ein wenig außer Atem. Wir hatten nur eine Woche Zeit zum Üben.“ Bei den Spielen dominierte ansehnlicher Tempofußball mit guten Kombinationen. Als im kleinen Finale die Eigentore überhand nehmen, bricht die Spielleitung das Spiel ab. Beide Teams werden disqualifiziert.
Es folgt das Finale zwischen „Tufipak and Friends“ gegen „Assassins“. Es geht sofort zur Sache. Es gibt einige harte Fouls. Nach einer harten Attacke an der Bande kippt das Spiel. Es kommt zur Rudelbildung, Zuschauer stürmen auf das Feld. Nur mit Mühe gelingt es Dirk Engels von der Oase und dem Vater eines Spielers, die Situation zu beruhigen. Das Spiel wird abgebrochen, es gibt keinen Sieger. Es folgt das erste Spiel der 18- bis 24-Jährigen, bis die in Fußballkreisen bekannte 3. Halbzeit der Jüngeren. Auf den Rängen kommt es zum Tumult. Die Situation eskaliert, bis einem der älteren Spieler der Kragen platzt. Mit dem Handy in der Hand stürmt er zur Spielleitung. „Mir reicht es, ich will hier in Ruhe Fußball spielen. Ich rufe jetzt die Polizei an.“ Kurz darauf erscheinen die Beamten, sie nehmen die Personalien der Beteiligten auf.
Streetworkerin nicht bekannt?
Auffällig dabei ist, dass sie grußlos an Marie-Luise Hellkamps vorbeizischen, obwohl diese freundlich grüßt. Erst später wird die Streetworkerin zur Kenntnis genommen. Sie ist den Polizisten erstaunlicherweise wohl unbekannt. Dass die Streetworkerin und die Jugendzentren Veranstalter sind, nimmt dem Auftritt der Beamten auch etwas die übertrieben wirkende Forschheit.
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