Viersen: Unterwegs im „Turtle Bus“
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Viersen (RPO). Die DRK-Kindertagesstätte in Lobberich hat neuerdings einen Wagen für bis zu sechs Kinder. Die Anschaffung eines solchen Gefährts war notwendig, weil die Einrichtung seit Einführung des KiBiz 16 Kinder unter drei Jahren betreut.
lobberich Die Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Lobberich stand irgendwann vor einem Problem. Durch die Einführung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sind seit dem 1. August diesen Jahres 16 Kinder unter drei Jahren in der KiTa. Die neuen Kinder an sich sind natürlich nicht das Problem, vielmehr die eingeschränkten Möglichkeiten, auch mit den jüngsten Kindern Ausflüge in die nähere Umgebung zu machen.
„Es ist schwierig, mit den Kindern nach draußen zu kommen“, erzählt Andreas Zorn, Leiter der Kindertagesstätte. Unter den 16 Kindern sind schließlich sechs Kinder, die gerade mal ein Jahr alt sind, die übrigen zehn sind auch erst zwei. Wenn überhaupt, sind längere Spaziergänge völlig ausgeschlossen. Und freilich fehlt es an Personal, jedes Kind in einem eigenen Kinderwagen zu fahren.
Forscher und Künstler
Träger Seit 1994 ist das Deutsche Rote Kreuz mit seinem Kreisverband Viersen Träger der Kindertagesstätte.
Name Die Einrichtung nennt sich selbst „Menschenkinderkulturkunsthaus“.
Gruppen In der Regel gab es vier Gruppen, zu Hochzeiten auch sieben. Inzwischen wird offene Arbeit auf drei Etagen (Konstrukteure, Forscher und Künstler) gemacht.
Die Lösung hat einen etwas ungewöhnlichen Namen: „Turtle Bus“ – übersetzt „Schildkröten-Bus“ – heißt das Gefährt, mit dem die Kita-Mitarbeiterinnen nun bis zu sechs Kinder gleichzeitig fahren können. Ein Kinderwagen für sechs Kinder gewissermaßen. Den Namen „Turtle Bus“ hat sich die dänische Firma Winther, die ein Patent auf die Riesen-Kinderwagen hält, ausgedacht.
Fast 2000 Euro hat die Anschaffung des Wagens gekostet. Bei der Finanzierung sprang der Einrichtung sowohl der eigene Förderverein als auch ein bekannter Baumarkt zur Seite. Der Baumarkt aus Kaldenkirchen trug die Kosten für den Wagen, eine Werbeagentur brachte die Reklame an, der Förderverein finanzierte Extras wie Sonnenschutz oder Babyschalen für Kinder unter einem Jahr, die womöglich mal die Einrichtung besuchen werden.
„Wir bekommen pro Woche bis zu zwei Anfragen für ein Sponsoring“, sagt Leonhard Lankes, der Geschäftsführer des Baumarktes. Die Entscheidung zugunsten der Kindertagesstätte fiel leicht. Seit vielen Jahren bestehen über einen Mitarbeiter des Baumarktes enge Beziehungen zu der Kita, berichtete Andreas Zorn. „Wir haben schon oft Sachzuwendungen bekommen, vor allem Bastelmaterial und Holz.“
Dem neuen Turtle Bus steht schon bald seine erste große Bewährungsprobe bevor. „Es ist natürlich super, dass wir den Wagen noch vor dem Martinszug bekommen haben“, sagt Cordula Dickmanns, die Vorsitzende des Fördervereins. Jeden Montag ist die Kita auf dem Naturschutzhof. „Bislang hatten wir keine Chance, mit den Kleinsten dahin zu kommen“, sagt Andreas Zorn.
Das ist jetzt anders. Nur ein Problem kommt mit der Neuanschaffung daher. Es gibt sechs Plätze für potenziell 16 „Fahrgäste“. Das sorgt für Gedränge, denn: Jeder will mit dem „Turtle Bus“ unterwegs sein.
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