Kreis Viersen: Urteil im Drogenprozess
VON SONJA STEMES - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008Kreis Viersen (RPO). Vor dem Krefelder Landgericht endete gestern der Prozess gegen drei junge Männer aus Nettetal, Grefrath und Neuss. Dem Trio wurden diverse Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Der 29-jährige Angeklagte K. aus Nettetal, den der Staatsanwalt in seinem Plädoyer als „maßgeblichen Täter“ bezeichnete, wurde wegen insgesamt acht BTM-Delikten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Der 27-jährige M. aus Neuss erhielt, auf Grund von zwei Verstößen gegen das BTM-Gesetz, zwei Jahre und drei Monate. Und der 1976 geborene H. aus Grefrath, der eher als „Randfigur“ fungierte, kam mit einer Geldstrafe davon.
Als positiv werteten Richter und Staatsanwalt, das sich alle drei Beschuldigten geständig zeigten. Vor Gericht hatten sie zumindest im „Großen und Ganzen“ das bestätigt, was sie in ihrer jeweiligen ersten Vernehmung ausgesagt hatten. Gerade im Fall von K. handele es sich aber, so der Staatsanwalt, keinesfalls um minderschwere Delikte, da der junge Mann mit Drogen, die im „mittleren Bereich“ anzusiedeln wären – konkret: Amphetamine und Ecstasy – gehandelt habe. Wenn es zu Verkäufen kam, seien alles andere als geringe Mengen veräußert wurden; in einem Fall ging es zum Beispiel um 1000 Ecstacy-Pillen, in einem anderen um ein Kilo Amphetamine. Hinzu käme, dass die Angeklagten K. und M. beide einschlägig wegen Betäubungsmittelgesetz-Verstößen vorbestraft wären. Nur H. sei nicht auffällig geworden. „K. und M. sind dem Reiz, schnelles Geld zu machen, erlegen“, meinte der Richter.
Dem Grefrather Angeklagten H. nahm der Vorsitzende übrigens nicht ab, dass er, als er mit den beiden anderen nach Venlo fuhr, nicht wusste, dass dort Drogen (ein Kilo Amphetamine) abgeholt werden sollten. „Ich denke, Sie sind mit der Geldstrafe bestens bedient“, erklärte der Richter. Der Behauptung des 29-jährigen maßgeblichen Täters, er habe hin und wieder „für umsonst“ Drogengeschäfte abgewickelt, schenkte der Vorsitzende ebenfalls keinen Glauben.
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