Schwalmtal: Vier Jahrzehnte hinter dem Buslenker
VON FRANK SCHLIFFKE - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008Schwalmtal (RPO). Wenn Hans Backes einer wäre, der gerne damit prahlt, was er alles erlebt und geleistet hat, er könnte tagelang ohne Pause erzählen. Aber der 67-Jährige ist nur ein einfacher Mann, ein Busfahrer, der seine Arbeit macht – aber das seit 40 Jahren. Die Lobesreden überlasst er lieber seinem Chef. Elmar von der Forst kennt seinen Mitarbeiter und dessen Bescheidenheit. „So einen finden Sie heute nicht mehr“, sagt der Geschäftsführer der Kraftverkehr Schwalmtal.
Backes lernte bei Drake das Handwerk des orthopädischen Schuhmachers. Anschließend ging der gebürtige Hardter für fünf Jahre zur Bundeswehr. „Ich hab danach kurz versucht, wieder in meinen alten Beruf reinzukommen“, erzählt er, „aber das war nix.“ Bei seinen Eltern sah er eine Anzeige von Moos-Reisen. „Ich hatte bei der Bundeswehr den Laster-Führerschein gemacht, konnte zwei Jahre Fahrpraxis nachweisen. Nach einer Fahrstunde hatte ich den Busschein.“ Und so begann er am 29. Juli 1968 seine Laufbahn als Busfahrer.
Mit dem Reisebus ins Ausland
Moos-Reisen fusionierte 1977 mit dem Unternehmen Gebrüder von der Forst, die Kraftverkehr Schwalmtal entstand. Und Hans Backes fuhr – „Reisebus, immer Reisebus.“ Jedenfalls bis zum Eintritt ins Rentenalter. Seitdem fährt er vor allem Schülerverkehr, hilft dem Unternehmen, die Spitzenbelastungen abzufangen. Mit den Schülern hat er keine Probleme, „oft sind schon die Eltern mit mir zur Schule gefahren“.
Seine Busfahrten führten ihn nach Russland und Großbritannien, nach Italien und Frankreich. Kraftverkehr Schwalmtal fuhr lange Zeit exklusiv Kriegsgräber-Rundreisen. Seine letzte große Fahrt führte 2006 über zwölf Tage nach Frankreich. Von der Forst: „Hans Backes war dabei nicht nur der Fahrer. Er hat sich ein enormes Wissen über die Reiseziele und die geschichtlichen Hintergründe angeeignet.“ Oft, sagt der Chef, war er praktisch auch der Reiseleiter. „Viele Reisegesellschaften fragten ausdrücklich nach ihm.“ Die Goldene Ehrennadel der Kriegsgräberfürsorge erwähnt der Jubilar nur am Rande, die Auszeichnung für eine Million unfallfreie Kilometer bekam er schon vor 15 Jahren.
Seine Frau Edda habe ihn immer unterstützt, sagt Backes. Die beiden nahmen 1989 nach dem Tod ihrer Tochter deren zwei Kinder bei sich in Dülken auf, wo sie drei Jahrzehnte wohnten. Seit vier Jahren lebt er jetzt in Waldniel. Und ist nicht nur der Kraftverkehr GmbH treu, sondern auch seinem Hobby: Backes ist Generalfeldmarschall der St.-Georg-Bruderschaft Waldnieler Straße. „1987 war ich sogar Schützenkönig“, sagt der Jubilar. Und darauf ist er dann doch stolz.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



