Kreis Viersen: Vier Spaten für die Erinnerung
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 09.01.2008Kreis Viersen (RPO). Gestern fiel der offizielle Startschuss für die Errichtung des Informations- und Gedenkplatzes auf dem ehemaligen Fliegerhorst Venlo. In rund zwei Monaten soll das Bauwerk fertig sein.
Gleich drei Bürgermeister griffen gestern Nachmittag bei ungemütlicher Kälte zum Spaten. Es war der Startschuss für den Bau des Informations- und Gedenkplatzes „Ehemaliger Fliegerhorst Venlo“. Ein Projekt, das zur geschichtlichen Aufklärung und zum Dialog über die Grenze hinweg beitragen soll.
Diesen Wunsch äußerte Marcel Hogenhuis, der Vorsitzende des Bauherrn „Förderverein Ehemaliger Fliegerhorst Venlo“, als er die Gäste zur kleinen Zeremonie begrüßte. „Wir sind es den Opfern, die es im Zweiten Weltkrieg durch den und auf dem Flugplatz gab, schuldig, niemals zu vergessen“, sagte er. Den Spatenstich, bei dem ihn Venlos Bürgermeister Hubert Bruls, Nettetals Bürgermeister Christian Wagner und Straelens stellvertretender Bürgermeister Adolf Langer unterstützten, wertete Hogenhuis als Zeichen für gute Nachbarschaft.
Sonntags Führungen
Angebot Der Förderverein führt alle 14 Tage sonntags über den Fliegerhorst.
Termin Das erste Treffen in diesem Jahr ist Sonntag, 13. Januar.
Kontakt Informationen gibt es unter Tel. 02153 958338.
Heute beginnen die Bauarbeiten für die Gedenkstätte, deren Kosten etwa 40 000 Euro betragen. Das Geld kommt im Wesentlichen von der Provinz Limburg, vom Land Nordrhein-Westfalen und, im Rahmen des Interreg-III-Programms, von der Euregio. Die Städte Venlo, Nettetal, Straelen, die Sparkasse Krefeld, der Naturpark Maas-Schwalm-Nette, die Stadtwerke Nettetal, die Baugesellschaft Nettetal sowie der Förderverein sind die weiteren Finanziers.
Um den bilateralen Charakter des Bauwerks zu verdeutlichen, steht es direkt auf der Grenze, die durch eine rund 40 Meter lange Betonlinie im Boden angedeutet wird. Zu beiden Seiten erstrecken sich die Halbkreise einer aus Beton bestehenden Sitzgruppe, in der es laut Fördervereins-Geschäftsführer Jürgen Hexels zu reger Kommunikation kommen soll. In der Mitte der Anlage ist eine vier Meter hohe Backsteinstele geplant, die in etwa 2,10 Meter Höhe ein Band aus belgischem Blaustein mit der in Deutsch und Niederländisch gehaltenen Inschrift „Wir gedenken“ erhalten soll. Hexels: „Das ist etwa die Farbnuance wie früher die Hangars.“ Dritter Bestandteil des Bauwerks sind zwei acht Meter lange und zwei Meter hohe, parallel stehende Mauern. Deutsche und niederländische Texte informieren auf beiden Seiten über die Geschichte des Fliegerhorstes.
Königin und Bundespräsident
Rund zwei Monate sollen die Bauarbeiten dauern. Zur Eröffnung des Informations- und Gedenkplatzes wünscht sich der Förderverein die Anwesenheit sowohl von Königin Beatrix als auch von Bundespräsident Köhler.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


