Kreis Viersen: Vögel jetzt konsequent füttern
VON ROBERT RIST - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009Kreis Viersen (RPO). Am besten sind Körner, etwas Obst oder auch rohes Gemüse. Futterstellen müssen vor allem sauber gehalten und verlässlich gefüllt werden, rät Dr. Ansgar Reichmann von der Biologischen Station Krickenbecker Seen.
Heimische Vogelschar
Vogelarten Im Kreis Viersen gibt eine reiche Vogelwelt mit etwa 130 Brutvogelarten.
Winterreise Von den rund 60 Arten Singvögel – darunter Sperlinge, Gimpel (Dompfaff), Rotkehlchen, Meisen (Kohl-, Blau-, Schwarz-, Hauben-), Amseln – treten etwa 25 Arten den Weg gen Süden an. 35 Arten bleiben hier, und davon kommen 16 Arten an die Futterstellen der Menschen.
Endlich ist es soweit. Der korrekte Vogelfreund kann endlich seine gefiederten Lieblinge füttern. Es friert, Schnee ist auch schon gefallen. Und auch wenn die Schneedecke noch nicht ganz geschlossen ist, so darf jetzt Vogelfutter verstreut, der Meisenring aufgehängt werden – oder etwa doch nicht? Der Biologe Dr. Ansgar Reichmann winkt ab. "Tipps der Art, man dürfe zum Beispiel Vögel erst bei geschlossener Schneedecke füttern, sind totaler Unsinn", erklärt der Leiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen. "Wenn man bestimmte Dinge beachtet, kann man den ganzen Winter über Vögel füttern."
Vogelhäuschen schlecht
Besonders schlecht geeignet seien die bei vielen Haus- und Gartenbesitzern so beliebten Vogelhäuschen. "Sie sind zu unhygienisch und können Vögel durchaus ihr Leben kosten." Die Ansteckungsgefahr über den Kot anderer Vögel sei an solchen Häuschen hoch. Futterstellen sollten stets sauber und hygienisch einwandfrei sein. Futtersilos seien grundsätzlich gut, meint Reichmann. Aber sie müsse man sauber und geschützt halten, "denn sonst kann das Futter nass werden und verschimmeln".
Wer füttert, sollte dies für die Tiere verlässlich tun. "Wenn man anfängt zu füttern, dann muss man konsequent täglich bis zum Ende des Winters durchfüttern", erklärt Reichmann. Vögel stellten sich sehr schnell auf eine Futterstelle ein und verließen sich darauf, dort immer etwas zu finden. "Gerade wenn es sehr kalt ist, entscheiden schon wenige Stunden über Tod oder Leben", sagt der Biologe. Weil Vögel besonders nach kalten Nächten neue Energie bräuchten, sei eine Fütterung am Morgen sehr sinnvoll.
Mit Beginn des Frühlings sollte das Füttern allerdings eingestellt werden. Das ist vor allem für Jungtiere wichtig: "Die Altvögel müssen sich daran gewöhnen, ihren Jungtieren natürliches Futter zu geben. Sie brauchen nach dem Schlüpfen viel tierisches Eiweiß aus Ameisen oder Spinnen", so Reichmann. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Jungtiere sterben. Körnerfutter sei viel zu schwer verdaulich.
Auf keinen Fall sollten Essensreste wie Brot gegeben werden: "Unsere Nahrung ist für die Vögel viel zu salzig und würzig, die Tiere bekommen davon Fettlebern", warnt Reichmann. Keine Probleme bereiten den Vögeln dagegen Obst- oder rohe (!) Gemüsereste. Gut als Nahrung seien Körnermischungen mit Sonnenblumenkernen geiegnet. Die Nahrung gebe den Vögel Energie.
Reichmann weist auch darauf hin, dass das Füttern nicht nur für die Vögel gut ist. "Das Füttern eignet sich hervorragend als pädgogische Maßnahme für Kinder. Sie haben spielerisch die Möglichkeit, die Tierwelt in ihrer Umgebung kennenzulernen."
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