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Schwalmtal: Vom Pulli bis zum Skianzug

VON BIRGITTA RONGE - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012

Schwalmtal (RP). Wenn Kleiderspenden im Kinderdorf Bethanien in Waldniel abgegeben werden, ist Angelika Max da. Sie sortiert Hosen und T-Shirts, ordnet Spielzeug, Bücher und Barbies und überlegt: Welchem Kind könnte was gefallen?

Angelika Max in der "Boutique" des Kinderdorfs Bethanien. Sie sucht dringend ehrenamtliche Helferinnen, die die gespendete Kleidung und das Spielzeug begutachten, sortieren und in die Regale einräumen.  Foto:  Busch
Angelika Max in der "Boutique" des Kinderdorfs Bethanien. Sie sucht dringend ehrenamtliche Helferinnen, die die gespendete Kleidung und das Spielzeug begutachten, sortieren und in die Regale einräumen. Foto: Busch

Pullover, wattierte Winterjacken, Schals und Mützen – was in diesen Tagen in Geschäften gut geht, wird auch in der "Kinderdorfboutique" von Angelika Max schnell mitgenommen. Ein Skianzug mit rosa Trägerhose und grauer Jacke wartet noch auf eine neue Besitzerin.

Max, zuständig für den Bereich Hauswirtschaft im Kinderdorf Bethanien in Waldniel, betreut auch die "Boutique" – zwei Räume, in denen sie Spielsachen und Kleidung sortiert und in Regalen stapelt, bis die Jungen und Mädchen mit ihren Erzieherinnen kommen und sich etwas aussuchen.

Für Jungen und Mädchen sortiert

Info

Kontakt

Gebraucht werden "Matschsachen" wie Gummistiefel, Regenjacken, Matschanzüge für Kleinere, gut erhaltene Tornister, Turnbeutel und Winterschuhe, für Kleine gepolsterte Autositzschalen und Maxi-Cosi sowie Bauklötze

Hilfe Angelika Max sucht ehrenamtliche Helferinnen, die Gespendetes sortieren. Kontakt unter Ruf 02163 490 23 31 oder E-Mail: max@bethanien-kinderdoerfer.de

Bei Angelika Max landet Kleidung, aus denen andere Kinder herausgewachsen sind. Oft sind die Pullis und Hosen, Shirts und Kleidchen noch gut erhalten, die Kinder wachsen schnell. "Immer wieder rufen Leute an, die uns Kleidung vorbeibringen wollen.

Das ist auch besser, als uns einfach Säcke vor die Tür zu stellen. Dann können wir das besser koordinieren", sagt Max. Manche Sachen sind sogar ganz neu: "Sehen Sie hier, da sind noch die Etiketten dran, und das ist Markenware!", sagt Max und deutet auf ein kleines dunkelblaues Baby-Sweatshirt mit Blümchen drauf.

Über gut erhaltene Kinderkleidung, egal in welcher Größe, freut sich Angelika Max jedes Mal. Sie sortiert nicht nur nach Größen von 68 bis 176, sondern auch nach Geschlechtern: Im Pyjama-Regal etwa stapeln sich Schlafanzüge für Jungen (mit Autos oder Fußbällen drauf) und für Mädchen (mit Pferden und Bärchen). Im Kommunion-Schrank hängen weiße Kleidchen und Anzüge, daneben liegen Kränzchen, Täschchen, Schuhe, Fliegen und Krawatten.

Ausschließlich eingekleidet werden die Kinderdorf-Kinder nicht aus diesem Fundus. Alle erhalten monatlich Kleidergeld, das die Erzieherinnen verwalten. Doch manchmal fehlt etwas – und dann wird im Fundus das Passende gesucht. "Zum einen können wir so die erste Ausstattung zusammenstellen für die Kinder, die ganz plötzlich aus Familien herausgenommen werden und ohne Kleidung bei uns ankommen", erklärt Max. "Manche haben ja gerade ein T-Shirt an und dünne Sommerschuhe, kein Kuscheltier dabei."

Dann suche sie in der Kleiderkammer sofort passende Wäsche und Spielzeug heraus. Für andere Kinder ist die "Boutique" erste Anlaufstelle, wenn sie etwas verschusselt haben. "Gerade Jungs zwischen neun und 13 Jahre verbummeln Gummistiefel, Jacken oder Turnbeutel", weiß Max zu berichten, "da bin ich froh, wenn wir so etwas hier auf Lager haben, da muss man nicht alles neu kaufen." Und nicht zuletzt stehe die Kleiderkammer auch den Ehemaligen offen. Max: "Wenn eines der Mädchen selbst ein Kind bekommt, haben wir Maxi-Cosi, Kinderwagen und die Erstausstattung da."

Quelle: RP


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