Schwalmtal: Warten auf den Kunstrasen
VON PAUL OFFERMANNS UND BIRGITTA RONGE - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Schwalmtal (RPO). Aus Mitteln des Konjunkturpakets II soll das Dr. van-Aaken-Stadion in Waldniel saniert werden. Der SC Waldniel hatte im Herbst 2009 einen Antrag für eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Laufbahn gestellt, ein Kunstrasenplatz soll die Attraktivität des Stadions steigern.
So machen es andere
Bracht Die TSF Bracht fällen zum Beispiel Bäume, übernehmen Pflasterarbeiten und Zaun-Montage. Ersparnis: 39 000 Euro
Lobberich Mehr als 1000 Mitglieder von Union Nettetal brachten sich für den Kunstrasenplatz in Eigenleistung ein, zudem erhielt der Verein Zuschüsse (u.a. Sportförderpauschale)
Dilkrath Sonderbeiträge der Mitglieder für den Kunstrasenplatz, Rasen-Patenschaften (Sponsoren)
Auf dem Rasenplatz im Dr. van Aaken-Stadion in Waldniel herrscht gähnende Leere. Das ist in diesen Tagen nicht allein Eis und Schnee geschuldet, sondern auch dem Zustand des Platzes: Zu den Seiten hin sackt der Boden ab, Wasser sammelt sich in großen Pfützen. Den Fußballern setze der Lehm sofort die Nockenschuhe zu, heißt es beim SC Waldniel. Im Oktober hatte der Verein einen Antrag auf Erstellung eines Kunstrasenplatzes und eine Erneuerung der Laufbahn gestellt. Der Platz sei "in einem katastrophalen Zustand", argumentierte der Verein. "An einigen Stellen sinkt man knöcheltief ein. Die Verletzungsgefahr steigt hierdurch erheblich."
Politik gibt grünes Licht
Mehr als 700 Mitglieder des SC Waldniel nutzen das van-Aaken-Stadion, hinzu kommen Athleten vom OSC Waldniel und von Athletik Waldniel, die die Laufbahn nutzen. Auch für den Sportunterricht der Schulen, Sportfeste und Bundesjugendspiele wird das Stadion genutzt. Für den Antrag der Sportler, 500 000 Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II für eine Erneuerung der Laufbahn zu erhalten, gab die Politik in der letzten Ratssitzung grünes Licht. Da die Vereine aber nicht nur eine Kunststoffbahn, sondern auch einen Kunstrasenplatz anstreben, wollen sie die Differenz (im Raum stehen insgesamt rund 750 000 Euro für beides) in Eigenleistung stemmen. Bei der Mitgliederversammlung des SC erläuterte Vorsitzender Franz Josef Mehlkopp nun den Sportlern, wie es um die Stadion-Pläne steht, und schlug eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für die Zeit der Kreditaufnahme vor. Auch der OSC hatte für die Mitgliederversammlung das Stadion auf die Tagesordnung gesetzt. In einer Präsentation informierte der 2. Vorsitzende, Horst Stuhlweißenburg, die Sportler über den Zustand des Stadions und die geplante Neugestaltung. Einstimmig sprachen sich die OSC-ler für die Sanierung des Stadions, einschließlich der daraus entstehenden Folgekosten, aus. Der Beschluss erfolgte beim OSC vorbehaltlich, dass der geplante Kostenanteil eingehalten wird und die Gemeinde formell das Projekt genehmigt. "Wir sehen in diesem Projekt eine große Chance für die Zukunft, die dürfen wir uns nicht entgehen lassen", so Vorsitzender John E. Crisp. Auch Athletik Waldniel ist mit im Boot, die Mitglieder müssen am 19. Februar noch ihre Zustimmung geben.
Bei ersten Bodenuntersuchungen sind Aufschüttungen aus den 50er Jahren gefunden worden, die Grundwasserqualität muss noch geprüft werden. Stellenweise soll Grundwasser bereits in 60 Zentimeter Tiefe zu finden sein. "Der Platz liegt tief, der Kranenbach fließt direkt daneben", sagt Bernd Gather vom Fachbereich Planung und Verkehr bei der Gemeindeverwaltung. Die Vereine dürften aber zuversichtlich sein: "Nach der Erneuerung werden wir einen deutlich trockeneren Platz bekommen." Mit der Planung könnte bereits Mitte kommender Woche begonnen werden. Am Dienstag ist das Thema noch einmal im Sportausschuss.
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