Viersen: Was wäre, wenn . . .
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2009Viersen (RPO). Studierende der Hochschule Niederrhein entwickeln Ideen, wie die Große Bruchstraße attraktiver gestaltet werden kann. Es ist die zweite Studie der Hochschule in der Südstadt. Voriges Jahr wurde der Gereonsplatz untersucht.
Große Bruchstraße
Funktion Wohn- und Geschäftsstraße in der südlichen Innenstadt
Branchenmix Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie
Bebauung Gründerzeit-Häuser und Neubauten – einige Häuser sind sehr gepflegt, andere weniger.
Verkehrsbelastung Derzeit bis zu 10 000 Kraftfahrzeuge täglich, sollte der Erschließungsring zwischen Neubaugebiet Robend (Kreisverkehr "Antwerpener Platz") und Freiheitsstraße fertig sein, könnte sich diese Zahl auf 7000 reduzieren. Ziel sind 1500 Fahrzeuge täglich.
Die Studierenden sind andere, die Untersuchungsmethode aber sehr ähnlich der ersten Studie. Professor Nicolas Beucker vom Fachbereich "Social and Public Design" der Hochschule Niederrhein ist mit der Viersener Südstadt mittlerweile sehr vertraut. Nachdem Studierende seines Fachbereichs im vergangenen Jahr Vorschläge zur Umgestaltung des Gereonsplatzes erarbeitet haben, widmet sich nun eine Gruppe 14 seiner jungen Wissenschaftler der Großen Bruchstraße. Ende März begann das Team mit der Analyse der Lage auf einer der meist befahrenen Straßen in der Viersener Innenstadt. Bis zum 8. Juli sollen sie Vorschläge erarbeiten, wie die Straße attraktiver gestaltet werden kann.
Grasende Kühe fürs Plakat
Glückliche Paare flanieren über gepflegte Rasenflächen entlang glitzernder Bäche vorbei an Eisdielen und Trattorien. Südliches Flair spiegelten die Ideen wider, die die Hochschüler im vergangenen Jahr für den Gereonsplatz entwickelten. Grasende Kühe dort, wo täglich tausende Autos und Lastwagen über die Fahrbahn donnern – mit einem ebenso provokanten wie provozierenden Plakat sind die Studierenden dieses Sommersemesters an die Arbeit gegangen.
Auch wenn es sicherlich keine Viehweide ist, die irgendwann auf der Großen Bruchstraße zu finden sein wird. Die Studierenden erforschen, unter welchen Bedingungen die Straße von den Menschen besser angenommen wird. "Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vorschläge unter den derzeit geltenden Verkehrsbedingungen realisierbar sind oder nicht", sagt Uwe Peters, Leiter des Stadtteilbüros Südstadt im RP-Gespräch. Los gelöst von den Verkehrsplanungen der nächsten Jahre (Stichwort: Bau des Josefsringes und Entlastung der Großen Bruchstraße) sollen die Hochschüler ihre Ideen entwickeln.
Am Anfang stand eine ausgiebige Ortsbesichtigung. Die Studierenden, die nicht aus Viersen stammen, machten sich ein ausführliches Bild von der Straße, um die es bei ihrer Studie geht. Straße und Häuser wurden fotografiert, die Fotos in der Hochschule inzwischen gesichtet. Bei Mitarbeitern der Stadtplanung im Technischen Rathaus ließen sich die Hochschüler über die Verkehrsplanungen für den Bereich südliche Innenstadt informieren.
Derzeit stellt die Arbeitsgruppe Ideen zusammen. Die sollen in dieser Woche (geplant ist der kommende Mittwoch, 29. April) im Stadtteilbüro an der Großen Bruchstraße vorgestellt und mit Anwohnern aus der Südstadt und Experten der Stadt diskutiert werden. Danach werden die Ideen konkretisiert, bis Anfang Juli soll ein endgültiger Vorschlag erarbeitet werden.
In der Südstadt wird die Studie mit Spannung erwartet. Es bleibt das Ziel: Weniger Autos sollen die Straße belasten, dafür mehr Menschen sie für sich erobern.
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