Kreis Viersen: Wie viel Europa hat Viersen?
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 05.06.2009Kreis Viersen (RPO). Am kommenden Sonntag finden die Wahlen zum nächsten Europäischen Parlament statt. Viele Wähler fragen sich dabei, wofür sie überhaupt an die Urne sollen. Dabei ist die EU auch im Kreis Viersen stark verteten.
"Was habe ich eigentlich von der EU?" scheint sich so Mancher zu fragen, wo es doch gerade wieder mit großen Schritten auf die nächste Europawahl zugeht. Da geistern Gurkenverordnungen und Normierungen von Traktorsitzen in den Köpfen des Wählers herum, der sich im Angesicht von so viel Absurdität in der EU vor lauter Verdrossenheit am liebsten von der Urne abwenden mag.
Ein Blick auf die fallende Wahlbeteiligungen bei den vergangenen Europawahlen (1994: 60 Prozent, 1999: 45,2 Prozent, 2004: 43,0 Prozent) bestätigt diesen Trend. Dabei ist Europa gerade im Kreis Viersen sehr präsent und insbesondere im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich wichtig, wie die RP festgestellt hat.
Die Europäische Union
Gründung Die 1951 und 1957 gegründeten Europäischen Gemeinschaften EGKS, EWG und Euratom waren der Ursprung der EU.
Gründungsmitglieder Belgien, West-Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande.
EU Das politische System gründet auf den im November 1993 in Kraft getretenen Vertrag über die Europäische Union.
Absatzmärkte der Firmen
"Man bedenke die im Kreisgebiet ansässigen Unternehmen, die in ganz Europa ihre Absatzmärkte haben. Insbesondere hier in der Grenzregion Niederrhein spielt das eine sehr große Rolle", führt Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen an. Thönnessen hebt jedoch auch andere sinnvolle Projekte hervor. So beschäftige sich die Viersener Verwaltung konkret zurzeit mit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie, in dessen Rahmen eine zentrale Telefonnummer geschaffen wird, bei der sich der Bürger schnell und einfach informieren kann.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) realisiert zurzeit gleich drei Projekte, die die EU mit einer Gesamtsumme von vier Millionen Euro fördert. Die Projekte beziehen sich auf die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie die Stadt Krefeld und zielen auf die Förderung des Tourismus ab. "Zunächst haben wir die Aktion ,Niederrhein Rad'. Hier schaffen wir Einweg-Fahrrad-Systeme, mit dem Touristen Fahrräder an bestimmten Orten abholen und an beliebigen Orten wieder abgeben können", sagt Martina Baumgärtner, Prokuristin der WFG.
Marketing-Netzwerk
Das zweite Projekt ist der so genannte "Rheinradweg". Von diesem Marketingkonzept werde auch der Kreis Viersen profitieren, da der Radwanderweg auch den Niederrhein passiere und damit Touristen anlocke. "Beim dritten Projekt schaffen wir ein Marketing-Netzwerk, an dem Touristikbetriebe wie Hotels teilnehmen. Sie sollen Vorlieben von potenziellen Kunden im Bereich Natur und Kultur herausfinden,damit wir später besser auf deren Bedürfnisse eingehen können. Alle Projekte sind bewilligt und bereits angelaufen", sagt Martina Baumgärtner.
EU-Richtlinien hin oder her: Viersens Bürgermeister Thönnessen sieht über allem noch immer das seiner Meinung nach wichtigste Verdienst der EU: "Sie hat maßgeblich zu bislang über 60 Jahren Frieden in Europa beigetragen, das hatte es vorher noch nie gegeben."
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