Kreis Viersen: Wo Bistums-Spenden landen
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Kreis Viersen (RPO). Drei Viertel der Spendengelder, die die Diözese Aachen 2008 einwarb, steckte sie in Jugendprojekte. Ein Viertel gab sie für die Spendenverwaltung aus. Das sei nicht zu teuer, sagt sie und bekommt Rückendeckung.
Was noch wichtig ist
Personal Das Bistum Aachen hat im Frühjahr 2008 einen Mitarbeiter für ein viersemestriges Fund-raising-Studium nach Frankfurt abgeordnet. Im Jahr 2010 soll das Studium beendet sein, das Bistum hätten dann einen eigenen Fund-raiser.
Spendenaufruf Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff bittet in diesem Jahr um Unterstützung der 72-Stunden-Aktion "Uns schickt der Himmel" der katholischen Jugend im Bistum Aachen.
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin, das auf Antrag von Spendenorganisationen das so genannte Spendensiegel vergibt, hält einen Verwaltungsaufwand in Höhe von 25 Prozent der Spendeneinnahmen für vertretbar. So hoch ist der Verwaltungsaufwand beim so genanten Fundraising im Bistum Aachen. Das geht aus der Spendenbilanz für das Jahr 2008 hervor, die das Bistum jetzt allen Spendern zuschickte.
Fast 200 000 Euro gespendet
Zum Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 startete das Bistum Aachen sein Fundraising. Darunter versteht das Bistum das Beschaffen von Geldmitteln, vor allem Spenden für kirchliche Projekte, die Diözese, kirchliche Verbände, Einrichtungen oder Pfarrgemeinden organisieren. Im vergangenen Jahr haben mehr als 2500 Spender annähernd 200 000 Euro gegeben. Der Großteil davon kam dem diözesanen Jugendchortag zugute, den das Bistum Mitte Juni ausrichtete. Ferner förderte das Bistum unter anderem Orientierungstage für Oberstufenschüler, Sozialprojekte für Jugendliche und das Taizé-Gebet im Aachener Dom, zu dem am 15. November 2008 nach Bistumsangaben mehr als 1500 Menschen in die Bischofskirche kamen.
Bistumssprecher Franz Kretschmann, der vor fünf Jahren das Fundraising im Bistum Aachen aufbaute, verteidigt die Verwaltungsausgaben fürs Fundraising in Höhe von einem Viertel der Spendeneinnahmen. Die Verwaltungskosten fürs Eintreiben von Spenden seien bei mehreren Millionen Euro Einnahmen prozentual gesehen natürlich um Vieles weniger als wenn das Spendenvolumen klein sei. "Ein Mailing an 500 000 Spender macht in der Erstellung nicht mehr Arbeit als das an 5000. Letzteres ist im Stückpreis sogar wesentlich teurer."
Nach Kretschmanns Angaben gehören zu den Verwaltungskosten die Ausgaben für Mailingaktionen inklusive Produktion und Porto, für die Verwaltung der Spenderdaten, das Versenden von Dankbriefen und Zuwendungsbestätigungen und anteilig auch Kosten für Personal, das die Spendenaktionen plant und umsetzt. Das Bistum hat damit das Fundraising-Institut in Bergheim beauftragt.
Burkhard Wilke, Geschäftsführer des DZI in Berlin, sagt, dass nach den Kriterien für Organisationen, die das Spendensiegel haben, Verwaltungsausgaben in Höhe von 20 bis 35 Prozent der Spendeneinnahmen als vertretbar gelten, in Höhe von zehn bis 20 Prozent als angemessen und in Höhe von 0 bis zehn Prozent als niedrig. "Für eine neue Spendenorganisation würden wir 25 Prozent der Verwaltungsausgaben sogar als ziemlich günstig ansehen", sagt Wilke. Der Aufwand für die Suche nach Spendern sei zu Anfang recht hoch. Bei Organisationen, die schon lang auf dem Markt tätigen seien und einen solchen Verwaltungsaufwand hätten, würde das Institut genauer hinschauen.
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