Brüggen: "Wohnwert weiter entwickeln"
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010Brüggen (RPO). Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Brüggen sprach Bürgermeister Gerhard Gottwald klare Worte: Man müsse auch in Zeiten der Wirtschaftskrise investieren, wenn die Mittel da seien. So wolle Brüggen mit großen Projekten die Infrastruktur für Familien attraktiver machen.
Viele Grüße nahmen Bürgermeister Gerhard Gottwald und Ehefrau Alexa beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Brachter Bürgersaal entgegen. Über Vereins- und Ortsgrenzen hinweg kamen dort Bürger zu Begegnungen und Gesprächen zusammen. Gottwald sprach von einer Rekordbeteiligung. Die vielen Besucher "vermittelten "das Gefühl, dass wir in der 40 Jahre jungen Gemeinde Brüggen zusammengehören." Während die Wirtschaftskrise rundherum gewaltige Spuren hinterlasse, lebten die Brüggener scheinbar im Schlaraffenland. "In Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg stemmen wir in diesem Jahr ein Spitzenprogramm an Investitionen", so Gottwald. Er nannte als "herausragende neue Infrastrukturprojekte" die Mehrzweckhalle in Brüggen (3,6 Millionen Euro), das Energiezentrum (1 Million Euro), die betreute Schule (660 000 Euro) und den Kunstrasenplatz in Bracht (563 000 Euro).
Spenden und helfen
Spenden Beim Neujahrsempfang wurde für die Katastrophenopfer in Haiti eine Geldsammlung durchgeführt.
Musik Für die musikalische Untermalung sorgte Hermann Schröder mit der Gruppe "A-Seven".
Mithilfe Dank ging an das Ehepaar Hamers, an die Technik von Frank Beeker und Gerd Schwarz für die Organisation.
Das Konjunkturpaket II, aus dem die Gemeinde 1,3 Millionen Euro schöpft, ergänze sie um ein eigenes. "Wirtschaftswissenschaftler würden sagen, dass wir uns antizyklisch verhalten: In Zeiten der Rezession sollte man verstärkt investieren, wenn man die Mittel hat", argumentierte Gottwald und erinnerte an die Rücklagen aus den Gewerbesteuer-Rekordjahren 2007 und 2008. Seine Botschaft an die Brüggener: "Wir wollen den hohen infrastrukturellen Wohnwert der Gemeinde den sich verändernden Anforderungen anpassen und weiter entwickeln, besonders für eine unserer großen Zielgruppen: junge Familien." Auch ermunterte er die Bürger noch einmal, sich an der Zukunftswerkstatt zu beteiligen.
Beim Neujahrsempfang ehrte die Gemeinde außerdem verdienstvolle Bürger mit Ehrenplakette, Urkunde und Blumenstrauß. Kornelia Engels engagiert seit 26 Jahren als stellvertretende Vorsitzende der kfd Brüggen. "Das Pfarrheim ist ihr zweites Zuhause", hieß es in ihrer Laudatio: "Immer dabei und für andere da." Ihr Ehemann Hans-Josef, zeigte handwerkliches Geschick beim Bau des Vereinsheims von TuRa Brüggen und setzt sich für die Rumänienhilfe ein. "Wir machen weiter wie bisher", versprachen die Eheleute.
Willy Kath ist seit 1968 1. Schriftführer der Schützengesellschaft Boerholz-Alst, war Schützenkönig und Minister und brachte seine Erfahrung als talentierter Handwerker beim Saalbau zur Kirmes, beim Neubau des Vereins-und Schießheimes sowie für die Renovierung der Boerholzer Kapelle ein. Berti Russmann, 40 Jahre in der Caritas, und ihr 2008 verstorbener Ehemann Bernhard zeigen, dass auch Einzelne für die Entwicklungshilfe "Unschätzbares leisten können", so Gottwald. Vor 23 Jahren gründeten die Russmanns den Dritte-Welt-Laden mit dem Arbeitskreis der KAB. Im Laufe der Jahre kamen 250000 Euro zusammen, die über Missio nach El Salvador gebracht wurden.
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