Kreis Viersen: Zeit der Besinnung beginnt
VON IRMGARD BLOMENKEMPER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012Kreis Viersen (RP). Nach unzähligen "Helaus" und "Alaafs" (und was man sich sonst noch alles zuruft in den närrischen Hochburgen im Rheinland) ist nun "Schluss mit lustig". Am Aschermittwoch hat das närrische Treiben ein Ende.
Nachdem der Rheinländer seinen Rausch ausgeschlafen hat, wandert das Kostüm in die Kleiderkammer, die letzten Kamelle in den Vorratsschrank und die Luftschlangen in den Mülleimer. Ist jetzt Zeit für Besinnung, Veränderung, Umdenken? Oder kehrt man zurück zur Normalität, und alles bleibt, wie es ist? Björn Zielke kennt die Tradition des Aschermittwochs. Der 27-Jährige ist "irgendwie froh, dass die Karnevalszeit nun vorbei ist."
Feiern in Maßen
Also eher ein typischer Karnevalsmuffel? "Nein, als Karnevalsmuffel würde ich mich nicht bezeichnen. Karneval mag ich eigentlich schon. Ich feiere gern, aber in Maßen. Ein bisschen Karneval darf schon sein." Was er nicht mag, sind große Besäufnisse. Während andere Karnevalsbegeisterte sich "die Kante geben", ist er eher zurückhaltend: "Ich vermeide solche Eskapaden so weit wie möglich." Anders als die meisten Jecken findet man Zielke nicht an jedem Tag unter den Feierwütigen. "Nach zwei Tagen habe ich meistens genug", gesteht er schmunzelnd.
Aschermittwoch
Bedeutung Der Aschermittwoch ist im Christentum der Westkirche der Beginn des 40-tägigen Fastens. Er soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte.
Dauer Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage und dauert bis Karsamstag, der in diesem Jahr auf den 7. April fällt. Die sechs fastenfreien Sonntage (erster bis fünfter Fastensonntag sowie der Palmsonntag) werden nicht mitgerechnet.
Was verbindet Björn Zielke mit Aschermittwoch? "Ich bin zwar evangelisch, kenne aber den Aschermittwoch und das Aschenkreuz seit Beginn meiner Schulzeit. Ich denke am Aschermittwoch immer daran, dass dann wirklich 'alles vorbei' ist. Gut ist, dass die Leute dann endlich wieder etwas ruhiger werden und die Normalität in die Köpfe der Menschen einkehrt." So ermögliche dieses bewusste Ende "ein Stück weit Selbstbesinnung, die für viele Menschen wichtig sein kann".
Der Aschermittwoch markiert den Beginn der Fastenzeit; die evangelischen Christen sprechen von der Passionszeit. So bezeichnet man die 40 Tage zur Vorbereitung auf das Osterfest. Björn Zielke ist das "Spezielle" an der Fastenzeit "irgendwie suspekt". "Mir missfällt der Gedanke, dass man nur aus besonderen äußeren Anlässen – wie zum Beispiel zur Vorbereitung auf Ostern – sein Leben kurzfristig ändert", meint er. "Viel sinnvoller wäre doch eine dauerhafte Änderung – zum Beispiel dann, wenn sich jemand bewusst dazu entscheidet, zum Vegetarier zu werden."
Aber ob er selbst einen solchen Schritt wagen würde, wolle er sich noch einmal gründlich überlegen. Ob Veränderungen oder nicht: Karneval ist vorbei. Wir kehren zurück zur Normalität – aus dem Spaß der letzten Tage gehen wir über zum Alltag, und jeder von uns bereitet sich auf seine eigene Weise auf das Osterfest vor. Ob nun als (Teilzeit-) Vegetarier, mit oder ohne Fasten: Das bleibt jedem Menschen selbst überlassen.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



