Im Herbst geht alles los
Schon Monate vor dem eigentlichen Auftritt geht es für die über 40 Kinder, die bei den Kindersitzungen mitwirken mit dem Proben los. Seit vielen Jahren macht sich der Förderverein Kinderkarneval der Roahser Jonges für den Nachwuchs im Karneval stark. Schon 1954 startete das bunte Fest für die Kleinen, bevor es dann ab 1957 in größerer Form als Straßenkarnevalszug am Tulpensonntag überging. Seit vielen Jahren stimmen sich die Kinder bei den zwei Kindersitzungen im Notburgasaal auf das bunte Treiben ein.
Die roten Gardestiefel - der Stolz eines jeden Funken bei der KG Roahser Jonges - müssen rechtzeitig vorher eingetanzt werden, damit der Schuh beim Tanzen später nicht drückt. Denn im Laufe der Session verbringen die Füße der Funken darin unzählige Stunden.
Die Funken und Mariechen freuen sich mit allen 47 Kindern auf eine tolle Session. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis sie zeigen können, was sie monatelang hinter verschlossenen Türen geübt haben.
Viele der kleinen Mädchen träumen davon, ein Mariechen sein zu können. Beim Förderverein der Roahser Jonges steht aber fest: Erst mit Eintritt ins Schulalter und nach einigen Jahren Bühnenerfahrung darf man hier mitmachen. "Sind die Mariechen zu klein, kommen sie vor lauter gucken nicht zum tanzen", weiß Trainerin Birgit Kämmer aus Erfahrung.
Der erste Spagat ist noch ein wenig krumm, aber süß anzusehen. Den Trainerinnen der KG Roahser Jonges geht es darum, dass die Kinder mit Freude mitmachen und ihr Bestes geben. Schließlich stehen hier keine Profis.
Beim letzten Treffen vor der Generalprobe sieht man, dass sich das lange Training gelohnt hat: Die Mariechen drehen sich wie kleine Wirbelwinde in rot-weiß über die Bühne.
Schon lange vor dem großen Auftritt machen auch die Kleinsten, die später als Aristocats verkleidet auf der Bühne umherwirbeln, in der Anne-Frank-Gesamtschule ihre ersten "Trockenübungen". Mitmachen kann jeder und für den, der nicht ganz so tanzbegabt ist, finden die Trainerinnen Sylvia Hütten-Kraft, Dorothee Förster-Jansen und Brigitte Kämmer auch eine andere Rolle, mit der er auf der Bühne glänzen kann.
Wo ist die Nase? Hier üben die kleinen Aristocats sich im Takt der Musik auf die Katzennasen zu tupfen.
Jede Drehung wird seit den Herbstferien unermüdlich und mit viel Geduld geprobt.
Kleine Schmusekatzen: Was bei der Kindersitzung am 22. oder 29. Januar ganz einfach aussieht, muss den Kindern beigebracht werden. Selbst das Schmusen soll nach Plan verlaufen.
Noch liegt die Gardeuniform ungenutzt auf dem Stuhl. Für die Mädchen, die einen Schuss gemacht haben, müssen die Uniformen rechtzeitig geändert werden.
Die Tänze sind zwar grob skizziert, doch mit Leben füllt sich das Gerüst erst, wenn die Kinder anfangen zur Musik zu tanzen. Bei den Funken, die schon jahrelange Bühnenerfahrung haben, greift Trainerin Birgitt Kämmer auch die Ideen der Mädchen auf.
Während die Beine fliegen, schaut Birgitt Kämmer, ob die Choreografie stimmig zur Musik läuft. Was bei der Probe noch schlacksig und ungenau ist, läuft später auf der Bühne wie gezirkelt.
Gut, dass seit diesem Jahr auch zwei Jungen mit bei den Funken tanzen. So werden solche Figuren leichter. In den Jahren zuvor haben die Hebefiguren auch die Mädchen machen müssen.
Die Schlussaufstellung noch und der Tanz ist vorbei. Etwas schlacksig geht es zu, denn noch steht der große Auftritt nicht an.
Anders sieht es beim Üben auf der Bühne aus. Der Spaß kommt zwar auch hier nicht zu kurz, aber die Teenager haben klar, dass es langsam ernst wird. Schließlich ist das Schlussbild ist die halbe Miete und der Garant für tosenden Beifall.
Eben erst hat die Funkengarde die Schiffchen anprobiert und schon heißt es bei der zweiten Bühnenprobe "Aufstellung". In Reih und Glied werden sie so in wenigen Tagen das kleine und große Publikum mit einem erstklassigen Gardetanz überraschen.
Gekonnt respektlos präsentiert die Funkengarde auf Kommando dem Publikum das Körperteil, das sonst den Narren nicht zugewandt wird. Nicht nur die Jungen haben daran ihren Spaß. Trainer Wilfried Hummen gibt Tipps, wie sie es machen sollen.
Das erste Erwachen der Schornsteinfeger-Gruppe. Später auf der Bühne wird das mit einem besonderen Showeffekt versehen sein, auf den schon alle gespannt sein dürfen.
Aufstellung für den Tanz: Schon hier muss jeder an seinem Platz sein, sonst gibt es nachher ein Durcheinander - wie in mancher Probe.
Noch kann man die Schornsteinfeger nur an ihren Leitern erkennen.
Die erste Probe auf der Bühne im Notburgasaal ist anderthalb Wochen vor dem Auftritt. Der Erstatz-Elferrat hat hier schon einmal Platz genommen und beäugt von prominenter Stelle aus, was sich da auf der Bühne bietet.
Das erste Erwachen im Scheinwerferlicht der Bühne. Der Tanz muss jetzt sitzen. Die Trainerinnen feilen an den Details.
Müde sein zählt jetzt nicht. Ganz konzentriert sind alle schon seit Wochen bei der Sache. So langsam hört man die Spannung knistern.
Es wird: Jeder probiert aus, wie es sich mit allen Utensilien tanzt: Hüte, Handschuhe und Besen sind da. Jetzt wissen die Kinder, wie sich der Tanz anfühlt.
Noch sind nicht alle Leitern fertig ausgeschnitten. Aber die Schrittfolgen klappen immer besser.
Etwas schwieriger für die Kinder: Nicht immer machen alle das Gleiche. Im Zweifel helfen Sylvia Hütten-Kraft und Dorothee Förster-Jansen.
Hier fegen die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne.
Beim Treffen vor der Generalprobe wird zum ersten Mal in vollen Montur geprobt. Nun weiß jeder, wie sich das anfühlt und wann man auf den Zylinder aufpassen muss.
Jeder muss sich seinen Platz auf der Bühne merken. Was später ganz leicht aussieht, bedeutet erst einmal viel Konzentration.
Ein letztes Mal legt die Mutter des Kinderprinzen, Simone Lennartz, Hand an die Gaderobe der Kids. Schließlich sollen die Hosen der Schornsteinfeger da bleiben, wo sie hingehören.
Die Anstrengungen der KG rund um die Nachwuchsgewinnung zahlen sich aus: 47 Kinder werden am 21. und 29. Januar auf der Bühne stehen. Während die großen Geschwister Bühnenprobe haben, clownen die kleineren auf der Nebenbühne herum.
Freude beim Schlussbild: Alles hat geklappt. Schluss für heute.