Stadtporträt: Gastliche Burggemeinde Brüggen
zuletzt aktualisiert: 25.02.2009 - 14:04Brüggen (RPO). Als gastliche Gemeinde im 435 Quadratkilometer großen Naturpark Schwalm-Nette setzt Brüggen auf Tourismus. Wald und Felder machen mehr als die Hälfte des 6125 Hektar umfassenden Gebiets der Burggemeinde aus.
Moore und Sümpfe durchziehen die Wälder rund um die vor der kommunalen Neugliederung selbstständigen Ortsteile Brüggen und Bracht. Eine Perle der Natur ist das Naturschutzgebiet Wacholderheide im Elmpter Wald. Das Landschaftsbild prägen die rund 45 Kilometer lange Schwalm mit ihren Auen und mehrere Seen, so das durch Torfstich entstandene Vogelschutzgebiet Borner See und Baggerseen in Richtung Niederlande. Im verlassenen britischen Munitionsdepot im Naturschutzgebiet Brachter Wald hat sich ein kleines Paradies mit seltenen Tier- und Pflanzenarten entwickelt.
Das Herz des Tourismus schlägt in der 700 Jahre alten Burg. Hier hält die Tourist- Information viele Tipps bereit, das 120 Kilometer lange Wander- und Radwegenetz zu erkunden. Der Fahrradverleih macht Gäste mobil. Die Burg beherbergt das Jagd- und Naturkundemuseum und eine Dioramen-Ausstellung des Naturparks Schwalm-Nette.
Beliebtes Ziel ist der Tier- und Naturpark an der B 221 zwischen Brüggen und Bracht mit großem Spielplatz. Die 150 Jahre alte Brachter Mühle wird zum Heimatmuseum ausgebaut. In Alt-Brüggen bieten winklige Gassen, romantische Torbögen, die malerische Mühle mit Mühlrad an der rauschenden Schwalm und traditionsreiche Gebäude besonderen Reiz. Gern flanieren Gäste über die Fußgängerzone an der Klosterkirche St. Nikolaus vorbei. Hier sind die Geschäfte von März bis Oktober sonntags offen. Legendär sind die Brüggener Feste und Märkte vom Burgi-Spargelmarkt Anfang Mai über das Burgfestival zu Pfingsten und das Altstadtfest im August bis zum Weihnachtsmarkt am dritten und vierten Advent-Wochenende.
1289 erwähnten Chronisten erstmals die Brüggener Burg. Der Ort siedelte sich an einer Kreuzung zweier Handelswege zwischen Rhein und Maas an. Das 1479 gestiftete Kreuzherrenkloster beherbergt das Rathaus, sein früherer Küchentrakt eine Bier- und Weinstube. Brüggen wuchs in zehn Jahren um mehr als 2600 auf 16234 Einwohner und erschließt weitere Baugebiete. Junge Familien finden zwei Jugendheime, sieben Kindergärten, zwei Kindertagesstätten und 14 Spielplätze.
Von der einst blühenden Tonindustrie sind nur noch wenige Betriebe übrig. Im ehemaligen britischen Munitionsdepot gingen 500 Stellen verloren. Dennoch verzeichnete Brüggen in den letzten zehn Jahren mit plus 27,2 Prozent den höchsten Zuwachs im Kreisgebiet an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen auf 3391.
Mit guter Anbindung an die Autobahnen 52 und 61 bietet die Gemeinde ein Gewerbe- und ein Industriegebiet sowie weitere Gewerbeflächen. Die Landbäckerei Stinges und Mellerud Chemie sind bedeutende Betriebe.
Fakten
Fläche (in km2) 6125 Hektar
Einwohnerzahl 15.988
Zusammensetzung Stadtrat 34 Sitze, 6 Parteien CDU, SPD, Grüne, FDP, UBW, AWB (Wählergemeinschaften in Bracht und Brüggen)
Bürgermeister Gerhard Gottwald (CDU)
900-1100 Spätfränkische Besiedlung in Oebel
1289 Erste urkundliche Erwähnung.
1551 Kaiser Karl V. regelt im Venloer Vertrag Grenzen, die der Wiener Kongress als Staatsgrenzen übernimmt.
1794 Brüggen wird dem französischen Reich einverleibt und gehört ab 1801 zum Roerdepartement.
1970 Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bracht und Brüggen zur gemeinde Brüggen.
wichtigste Unternehmen Mellerud Chemie, Gebr. Laumans (Tonerzeugnisse, Dachziegel), Stinges Landbäckerei
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