Leichtathletik: "Auf einem Bein" zur Goldmedaille in Sydney
zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Leichtathletik (off) Hellauf begeistert ist Reiner Görtz vom ASV Süchteln von den World-Masters-Games in Sydney, dem internationalen Welttreffen der Senioren aller Sportarten: "Die Stimmung ist total klasse", berichtete der gestern stolz am Telefon. Der Titelgewinn im Speerwurf mit 38,64 Metern ist sein größter Triumph als Leichtathlet.
Der 68-Jährige holte das Gold mit zwei, drei schmerzhaften Schritten: "Sozusagen aus dem Stand habe ich geworfen. Es wäre ein Unding gewesen, wenn ich ausgerechnet hier hätte nicht antreten können - in meiner Paradedisziplin, für die ich besonders viel getan habe." Der Süchtelner, der einst Zehnkämpfer war und später Fußball-Obmann des ASV, wollte auch im Weitsprung auf Medaillenjagd gehen: "Um zu sehen, was ich da noch leisten kann." Doch dann zog er sich beim Anlauf einen Bündelriss in der rechten Wade zu. Er wurde zwei Stunden behandelt bekam einen Tapeverband um die schmerzende Wade. Die australische Presse wurde auf den Deutschen aufmerksam, als er "auf einem Bein" die Goldmedaille im Speerwurf holte. Das Publikum feuerte ihn an, als er bis zum fünften Versuch nur um 19 Zentimeter zurücklag. Er biss die Zähne zusammen – und im letzten Versuch warf Reiner Görtz dann die erlösende Goldweite. "Und das mit einem fremden Speer." Vor der Verletzung hatte er schon im Stabhochsprung mit 2,40 Metern Bronze geholt: "Ich konnte meine Leistung der letzten WM noch einmal abrufen." Für Diskuswurf und Kugelstoß musste er sich abmelden: "Ich wollte kein weiteres Risiko eingehen. Die Gesundheit geht vor."
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