Fußball: Das Nonplusultra im Grenzland
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Der SC Union Nettetal ist der einzige Grenzland-Verein, dessen Jugendteams in der Niederrheinliga spielen. Die B-Jugend ist Vierter, die C-Jugend sogar Tabellenführer. Von hier aus geht es für die Spieler zu den Bundesligisten.
Jugendfussball Sie spielen in der höchsten Liga aller Grenzlandteams. Sie haben acht von neun Spielen gewonnen und sind seit vergangenen Samstag Tabellenführer der Niederrheinliga. Kurzum: Sie sind das Nonplusultra. Doch Christian Riecks würde das niemals zugeben. „Ich bin eher der Tiefstapler“, sagt der 26-Jährige. Er trainiert die C-Jugendlichen des SC Union Nettetal gemeinsam mit Uwe Hollenbenders. „Ich weiß, dass wir vom Fußballerischen und vom Tempo her zwar zu den besseren Teams gehören.“ Aber das Körperliche bereitet dem Trainer noch Sorgen. „Es kann sein, dass wir noch in ein Leistungsloch fallen“, sagt er. Deshalb bleibt er auf dem Boden, wenn er über den Höhenflug seiner Spieler spricht.
Im Kreispokal
Mönchengladbach/Viersen Bis ins Halbfinale (am Samstag, 22. November) haben es die B-, C- und D-Jugendlichen des ASV Süchteln sowie die A-Jugend des 1. FC Viersen geschafft.
Kempen/Krefeld Im Viertelfinale stehen der SC Union Nettetal (A-Jugend, C-Jugend), Schwarz-Weiß Elmpt (A-Jugend), SC Waldniel und TSV Kaldenkirchen (beide B-Jugend), Fortuna Dilkrath (C-Jugend), Tura Brüggen (D-Jugend).
Die Erfolge der Nettetaler sind kein Zufall. Riecks kennt die Spieler des Jahrgangs 1994, von denen mit Oliver Siemes, Jonas Witte, Pascal Moseler und Torhüter Magnus Kall vier in der Kreisauswahl spielen, bereits seit der E-Jugend. „Ich weiß, was die Jungs können“, sagt Christian Riecks. Dennoch sei er ein bisschen überrascht, wie sehr seine Spieler die Vorgaben umsetzen. „Ich habe vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir nur ein Spiel verlieren“, gibt er zu. „Einige Spiele haben wir aber auch glücklich gewonnen.“ Mit dem Aufstieg in die Regionalliga, in der der Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und des FC Schalke 04 spielt, werden die C-Jugendlichen aber nichts zu tun haben. „Das ist viel zu weit weg“, sagt Riecks. „Wir wollen unter den ersten vier bleiben und damit zum zweiten Mal überhaupt den direkten Klassenverbleib schaffen.“
Das Ziel von Dirk Lobermeier sieht genauso aus. Und seine Mannschaft, die B-Jugend der Nettetaler, hat seine Anforderungen bislang umgesetzt. Mit einem Punkt Vorsprung auf Platz fünf, ab dem sich die Niederrheinligisten in einer Relegation für die kommende Saison wieder qualifizieren müssen, steht der SC Union auch mit den unter 17-Jährigen gut da. „Die Jungs sind richtig ehrgeizig und willig, zu lernen“, sagt der Trainer.
Sein Team ist gespickt mit Spielern, die bereits für den SC Union oder für andere Vereine in der Niederrheinliga der C-Jugendlichen gespielt haben. Der Brüggener Patrick Pasch lehnte sogar ein Angebot des Bundesligisten Wuppertaler SV Borussia ab. „Die Moral stimmt“, sagt Lobermeier, der ebenfalls Hollenbenders als Co-Trainer zur Seite hat.
Mit Benjamin Schmitz hat zuletzt noch ein B-Jugendlicher in der Niederrheinauswahl gespielt, Nils Bollig wurde immerhin eingeladen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der Trainer, und meint nicht nur die Erfolge im Team, sondern vor allem die Entwicklung jedes einzelnen Spielers. Dominik Heyer (MSV Duisburg) und Stefan Rott (Borussia) wechselten im Sommer in den Nachwuchs von Bundesliga-Teams. „Das sehen wir positiv, denn nur so kommen die Spieler weiter.“ Wenn sie bereits beim Nonplusultra im Grenzland gespielt haben.
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