Handball: Der Schlag ins Kontor
VON WILTRUD WOLTERS - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Sekunden vor dem Schlusspfiff wurde die 35:36-Niederlage des ASV Süchteln gegen Schlusslicht HSV Dümpten besiegelt. Süchteln bleibt damit Vorletzter. Auch die Zweite Mannschaft und das Frauenteam haben Sorgen.
Zahlenspiele
Tore Lars Brandenburg (11), Niklas Voß (7), Joachim Schmitt (3), Olav Schwäbe (3), Moritz Brünnemann (3), Erik Stolzenberg, Gerd Stolzenberg und Sven van Heesch.
Bilanz 3:19 Punkte, 308:353 Tore.
Abstand Drei Punkte bis zum rettenden Ufer.
Natürlich hatten sich Süchtelns Handballer diese Saison ganz anders vorgestellt. Mit der Euphorie des Aufstiegs wollten sie in der ungeliebten Gruppe 2 der Verbandsliga die Klasse halten, um in der kommenden Saison in der Gruppe 1 wieder die Lokal-Derbys gegen Lobberich, Kaldenkirchen oder Vorst spielen zu können. Doch es kam alles anders. Elf Spiele, neun Niederlagen, magere drei Punkte – der ASV muss ernsthaft zittern – und zwar an fast allen Fronten. Denn auch die Frauen kämpfen in der Oberliga ums Überleben, ebenso die Zweite Herren-Mannschaft in der Bezirksliga. Kein schönes Weihnachten also bei den Handballern des Großvereins.
Enttäuschte Hoffnung
Ungeheuer viel Hoffnung hatten die Trainer Achim van Heinsberg und Jürgen Thomas in das Spiel gegen den HSV Dümpten am späten Sonntagabend gesetzt. Der Vorletzte wollte mit einem Erfolg gegen das Schlusslicht die Wende zum Besseren einläuten und Anschluss an die Nichts-Abstiegsplätze finden. Doch am Ende stand Süchteln wieder mit leeren Händen da. Vor 150 Zuschauern unterlag der ASV durch ein Tor von Bastian Kempmann in buchstäblich letzter Sekunde 35:36.
Die Gäste, die bislang noch gar kein Spiel gewonnen hatten, führten zur Pause schon 19:14. "Das ist ein Schlag ins Kontor. Diese Niederlage ist ganz, ganz bitter", sagte van Heinsberg fassungslos. Seine Mannschaft sah gegen den stark aufspielenden HSV Dümpten in der ersten Hälfte nicht gut aus. Arthur Gross, den besten Schützen der Liga, bekam die ASV-Abwehr überhaupt nicht in den Griff. Der Torjäger erzielte 15 Treffer. An seiner Seite erwies sich Bastian Kempmann (7), der seit November für die Dümptener spielberechtigt ist, als weiterer ständiger Gefahrenherd.
Süchteln hielt zwar mit großem Engagement dagegen, traf jedoch das Tor nicht. "Wenn wir allein unsere hundertprozentigen Chancen genutzt hätten, hätten wir das Spiel gewonnen", sagtete van Heinsberg.
In der zweiten Hälfte machte es der ASV besser. Mit dem 22:22 schaffte das Team erstmals den Ausgleich. Beim 28:27 die erste Führung. Danach stand die Partie auf des Messers Schneide. Süchteln legte angeführt vom überragenden Lars Brandenburg (11) bis zum 35:35 jeweils ein Tor vor, Dümpten glich immer wieder aus.
15 Sekunden vor dem Ende verlor der ASV Süchteln in Unterzahl den Ball, der Rest ist bittere Geschichte. "Trotz großem Kampfgeist und aller Motivation langt es einfach nicht. Aber die Einstellung und die Stimmung stimmen", erklärt van Heinsberg.
Dem ASV steht ein harter Winter bevor. Sowohl die Männer wie auch die Frauen müssen nun nicht nur die direkten Konkurrenten schlagen, sondern auch gegen scheinbar übermächtige Gegner zu überraschenden Erfolgen kommen, um doch noch die besser platzierten Teams abfangen zu können.
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