Handball: Derby-Romantik
VON WILTRUD WOLTERS - zuletzt aktualisiert: 11.09.2008Lobberich gegen TSV Kaldenkirchen: Dieses Meisterschafts-Duell hat es bei den Männern seit einem guten Vierteljahrhundert nicht mehr gegeben. Am Sonntag gibt es endlich eine Neuauflage.
Es ist mehr als 25 Jahre her, dass sich der TV Lobberich und der TSV Kaldenkirchen zuletzt in einem Meisterschaftsspiel gegenüber standen. Am Sonntag ist es nun wieder so weit. Verbandsliga-Aufsteiger TVL erwartet den TSV. Bei den Frauen liegt das letzte Derby zwischen dem TV Lobberich und dem ASV Süchteln nicht so lange zurück. Nur im vergangenen Jahr, als der TV Lobberich noch als HSG Nettetal einen Abstecher in die Verbandsliga machen musste, kreuzten sich die Wege der beiden Oberligisten nicht. Für die Süchtelner Frauen ist das Spiel am Sonntagnachmittag gegen Lobberich vor heimischer Kulisse auch der Saisonauftakt, denn sie hatten ein spielfreies Wochenende.
Frauen-Derby
Bis auf Sara Hillers kann der ASV Süchteln in bester Besetzung gegen den TV Lobberich antreten. „Wir sind noch nicht drin in der Saison. Das wird sehr schwer. Ich habe Lobberich gegen Mettmann gesehen und muss sagen: Hut ab! Allerdings schätze ich uns als Mannschaft etwas stärker ein“, sagte Andrea Hirschfeld.
„Die Zuschauer sollten Sonntag etwas früher kommen. Die Halle wird sicher voll“, sagte Kaldenkirchens Trainer Arno Heyer. Kein Wunder, denn das Nettetaler Derby hat für alle seinen ganz besonderen Reiz. Man kennt sich halt seit Jahren, spielte bis zum Aufstieg der Lobbericher regelmäßig in Freundschaftsspielen gegeneinander und pflegt auch über den Handball hinaus freundschaftliche Kontakte.
Arbeitskollegen gegeneinander
So sind beispielsweise Sebastian Gerits und Dennis Föhles, die Rückraumschützen beider Vereine, Arbeitskollegen. „Trotzdem will man natürlich gewinnen, wenn man sich gegenüber steht. Es ist jedoch noch früh in der Saison, so dass noch keiner richtig weiß, wohin die Reise eigentlich geht“, sagte TVL-Trainer Dieter Pietralla. Genau das aber sieht Kaldenkirchens Trainer als Vorteil für die Lobbericher an: „Wir stecken mitten im Umbruch, haben mit unserer neuen Mannschaft erst ein Freundschaftsspiel und ein Meisterschaftsspiel gemacht. Für uns kommt das Derby viel zu früh, wir brauchen noch Zeit.“
Daher sei seine Mannschaft keineswegs favorisiert, zumal die Lobbericher seit vielen Jahren zusammen arbeiten und aufeinander eingespielt seien. Heyer wäre aber nicht Heyer, wenn er sich nicht doch eine Chance ausrechnet: „Man muss sehen, wie so ein Spiel läuft. Wenn wir alle 25 Prozent mehr bringen als vergangene Woche, ist alles möglich. Vielleicht haben wir noch eine Überraschung parat.“ Darauf stellt sich Pietralla natürlich ein, denn für ihn ist der TSV eine „Einrichtung“ in der Verbandsliga, während sich seine Mannschaft als Aufsteiger noch an die Liga gewöhnen müsse: „Für uns ist das alles neu in dieser Liga.“ Pietralla geht davon aus, dass beispielsweise Sebastian Gerits nach seinem Fußbruch erstmals wieder für den TSV spielt. Heyer schätzt die Chancen auf einen Einsatz auf 50:50. Bei Lobberich steht noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von David Schönkes, der unter Umständen beruflich unabkömmlich ist. Und Dennis Föhles plagt sich noch mit einer Verletzung ab.
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