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Reiten: Derby-Sieger

VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010

Günter Röhlen kennt den Parcours in Niederkrüchten wie seine Westentasche. Bereits zum sechsten Mal gewann der Dilkrather das Zeitspringen der Klasse L – diesmal mit einem neuen Pferd.

Ein starkes Duo: Der Dilkrather Günter Röhlen auf Okiro.  Foto: RPO
Ein starkes Duo: Der Dilkrather Günter Röhlen auf Okiro. Foto: RPO

Jubel brach aus, als Günter Röhlen vom Reit- und Fahrverein Viersen-Dülken nach 800 Metern mit 13 Hindernissen durchs Ziel war. Er gewann das Niederkrüchtener Derby, ein Zeitspringen der Klasse L, auf Okiro in einer strafpunktfreien Runde über 16 Sprünge in 74,85 Sekunden. Er kennt den seit Jahren unveränderten Parcours wie seine Westentasche. "Das müsste jetzt schon das sechste Mal sein, dass ich diese Prüfung gewinne", meinte der Dilkrather und ergänzte: "Es ist jedes Mal eine neue Herausforderung, über Gräben und Wälle zu springen. Das ist etwas ganz anderes als bei einem herkömmlichen Parcours. Und ich schaffe es auf Anhieb mit meinem neuen 14-jährigen holländischen Hengst Okiro, der diese Prüfung noch gar nicht kannte. Wir kommen gut miteinander aus, obwohl Okiro, wenn Stuten in der Nähe sind, ganz schön unruhig wird. Dich mit ihm bin ich zurzeit gut unterwegs." Das hatte er schon in Dülken und in Lobberich bewiesen.

Info

30 Paare am Start

Andrang gab es beim A-Stafettenspringen mit 30 Teams. Das Paar, das am schnellsten die Gerte wechselte und ohne Abwurf blieb, war Sieger. Es gewannen die Anrath-Neersener Jenna-Lee Goertz/Viola Wilke vor Luisa Eßer/Marie Gerichhausen (Hamern/Günhoven) und Sabine Venhaus/Jenny Venhorst (Süchteln/Nettetal).

Jenny Venhorst wurde Zweite

Röhlen verdrängte mit seinem forschen Ritt Jenny Venhorst vom Ponyclub Nettetal mit Lancelot als zwölfter Starterin dieser Prüfung von der Spitze. Sie hatte 75,86 Sekunden ohne Abwurf zurückgelegt. Ihr Pferd war vorher schon unter Julia Linka siegreich in der Hunterklasse, einer Prüfung für Einsteiger, bei der Elemente von Stilspringen und Springpferdeprüfung verlangt wurden. Lynn Engelage vom RFV Venekotensee-Elmpt mit Asterix warf dies auf Platz drei zurück, bei dem ein Abwurf die Endzeit von 80,91 brachte. Danach folgte Rebekka Jütten vom Reiterverein Helenabrunn mit dem siebenjährigen Pablo in 83,87 Sekunden auf Rang sechs. "Sie hielt sich mit ihrem jungen Pferd zurück, Pablo kann bestimmt mehr", schätzte Moderator Michael Heyers das Paar ein. "Mit ihm geht Rebekka auch noch die L-Dressur", wusste Jakob Busen: "Als sie das Pferd kaufte, war es knochenmager."

Aufregung gab es bei Vielseitigkeitskreismeisterin Yvonne Daue vom RC Gut Neuhaus, als plötzlich ein Junge hinter dem Hindernis stand. "Reit weiter, reit weiter...", hörte sie von der Seite. "Ich muss doch stehen bleiben, wenn der dahinter steht", meinte sie und verlor durch so mächtig Zeit. Das Springen ist einzigartig im Kreis Viersen und hatte schon seine neunte Auflage. "Ich hatte es beim CHIO in Aachen gesehen und dachte, so etwas könnten wir doch auch machen", erzählte Alois Reiners: "Ich stieß anfangs im Verein auf Widerstand, aber fand dann in Turnierleiter Kurt Vieten einen Befürworter."

Im 78. Vereinsjahr feierte der RV Niederkrüchten ein Jubiläum: seine 50. Pferdeleistungsschau "Seit Anfang an baue ich in Niederkrüchten den Parcours. Ich habe die Höhen und Tiefen der Turniere mitbe-kommen", erzählte der 80-jährige Alois Reiners, seit 1959 Parcourschef: "Das war noch die Zeit, in der ich selbst geritten bin."

Quelle: RP

 
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