Handball: Dülken stolpert in die Oberliga
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 31.03.2008Die SG steht nach dem Derby-Sieg gegen Kaldenkirchen praktisch als Verbandsliga-Meister fest. Doch sie hatte erhebliche Probleme mit dem forschen Nachbarn. 14 starke Minuten reichten Dülken zum 32:29-Sieg.
Verbandsliga Die Zahl dieses denkwürdigen Abends am Dülkener Ransberg war nicht die 32 (Dülkens Tore). Und auch nicht die 29 (Kaldenkirchens Tore) war es, sondern die 24. Satte 24 Zeitstrafen erarbeiteten sich beide Teams in 60 packenden Derby-Minuten. Nur einen ganz geringen Anteil der Spielzeit spielten also tatsächlich einmal Sechs gegen Sechs. Entsprechend abgekämpft schleppten sich Spieler beider Mannschaften in die Kabine. Zwar darf sich die SG Dülken durch den 32:29-Sieg gegen den Nachbarn vor etwa 400 Zuschauern praktisch zum Oberliga-Aufstieg gratulieren. Doch in der ersten Halbzeit trat die SG kaum oberliga-würdig auf.
Kaldenkirchen erwischte nicht nur den besseren Start. Es war klar die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit. Zielstrebig und kompromisslos suchten Sebastian Gerrits und Co. den Weg zum Tor. Den konnten ihnen weder die gutmütige Dülkener Abwehr noch Torwart Matthias Hoffmann verbauen. Dülken fand nach dem 3:3 vorne praktisch kaum statt. Schon nach 13 Minuten lag Kaldenkirchen durch Gerrits’ Tore, Sebastian Hahns Blocks und Bernd Stolzenbergs Paraden (insgesamt 13) 9:4 vorne. SG-Spielertrainer Goran Sopov nahm eine Auszeit.
Unglücklich eben
Doch auch danach funktionierte es nicht besser. Die sich gut bewegende Kaldenkirchener Abwehr zwang Dülken zu Einzelaktionen. Vielleicht lag es daran, dass Sopov, Lars Witthake und Heider Thomas – der gesamte etatmäßige Rückraum – sich das Spiel erstmal von draußen anschauten. Die erste Halbzeit der Dülkener brachte niemand besser zum Ausdruck als Michael Bodenbenner: Der kassierte eine Zeitstrafe, haute danach wütend gegen die Wand und bekam die dritte Zeitstrafe und damit Rot – unglücklich eben.
Bis zur Pause kam Dülken noch auf 13:18 heran. Goran Sopov wurde in der Kabine laut. „Das waren Dummheiten von uns. Wirklich peinlich“, sagte Sopov. Er ließ nun wesentlich offensiver decken, um Arato, Gerrits und Saulenas weit vom Tor wegzuhalten. Das wirkte: Der wieselflinke Max Greven eroberte viele Bälle, der TSV nutzte die Räume nicht aus. „Wir haben dann Fehler gemacht, die Dülken gut genutzt hat“, sagte TSV-Trainer Rüdiger Winter. „Wir haben die einfachen Tore nicht mehr gemacht.“ Und die fallen in Kaldenkirchen vornehmlich durch Sebastian Gerrits. Bis zur 44. Minute drehte Dülken die Partie und ging entscheidend 23:19 in Führung. Bei dem Vorsprung blieb es bis zum Ende.
Dülken hat somit fünf Spieltage vor Schluss acht Punkte Vorsprung. „Wir sind noch nicht durch“, mahnt Sopov. Das interessierte Kaldenkirchen nicht: Arno Heyer gratulierte bereits vor dem Spiel mit einer Kiste Bier. Der Schachzug wirkte immerhin eine Halbzeit lang. Denn in diesem Spiel stolperte die SG mehr in die Oberliga.
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