Fußball: Durchwachsenes Training, starker Wille
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010Fussball Rainer Bruse hätte allen Grund, schon fast so etwas wie verzweifelt zu sein. Denn die Situation bei den VSF Amern, deren Trainer er in der Bezirksliga ist, ist schlecht. Zwar nicht auf den ersten Blick, wenn man auf die Tabelle nach 16 von 30 Spielen schaut. Denn da ist der Aufsteiger sensationeller Vierter. Doch was die personelle Situation zehn Tage vor dem Start in die Restserie angeht, da hat Bruse schon "gemischte Gefühle".
Ganze zehn Spieler aus seinem Kader standen dem Trainer während des Großteils der Vorbereitung nicht zur Verfügung. Einige waren krank, andere verletzt. "Vier, fünf Ausfälle hatten wir auch während der Hinrunde", erinnert Bruse. "Aber dass gleich so viele Spieler ausfallen, ist unbefriedigend." Dieser Zustand wird auch noch andauern. Abwehrchef Dennis Sobisz, der die Viererkette bislang optimal führte, fällt mit einem Handbruch vielleicht sogar die gesamte Rückrunde aus. Philip Terkatz fehlt bereits seit drei Monaten und ebenso noch länger wie Sven Metze. Zuletzt hat sich auch der defensive Mittelfeldspieler Dominik Wreschniok am Knie verletzt.
Die vielen Ausfälle waren auch der Grund dafür, dass es deftige Testspiel-Pleiten gab. Immerhin: Marcel Brinschwitz, der bereits seit dem Sommer mit der Mannschaft trainiert, ist endlich spielberechtigt. Er wird im 4-2-3-1-System wohl die vorderste Position einnehmen. Maurice Wingerath ist nach seiner Verletzung wieder fit und könnte Sobisz in der Defensive vertreten. Axel Schumacher ist nach einem Auslandshalbjahr in Australien ebenfalls zurück. "Das sind die Lichtblicke", sagt Bruse.
Und überhaupt: Schwarz malen will der Trainer nicht. Wenn das Wetter Training unter freiem Himmel unmöglich machte, ging es eben zum Zirkeltraining in die Halle oder in den Kraftraum. "Mit den taktischen Trainingseinheiten hinken wir zwar hinterher, dafür haben wir an unserer Schnelligkeit und Standfestigkeit gearbeitet", sagt Bruse. "Vor einem Absturz in der Rückrunde habe ich keine Angst."
Das Ziel der Vereinigten Sportfreunde, mehr Punkte als in der Hinserie zu holen (da waren es 26), wird zwar schwierig – zumal es in den ersten beiden Spielen gleich gegen Fortuna Dilkrath und den SC Waldniel geht. "Die Jungs haben aber einen so starken Willen, dass sie nie aufgeben", sagt Bruse. Da ist Verzweiflung auch nicht angebracht.
Testspiele Beim ASV Süchteln (0:7), beim SV Lürrip (3:6), beim SC Rheindahlen (x:x), gegen Blau-Weiß Niederkrüchten (Termin steht noch nicht genau fest).
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