Fußball: Ein Austausch der Fußball-Tugenden
VON KARSTEN KELLERMANN UND SASCHA KÖPPEN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Venlo Als Hai Berden, Präsident des niederländischen Erstligisten VVV Venlo, seinen Namen unter die Kooperationsvereinbarung setzte, schauten Klaus Fleßers und Hermann Kaisers ganz genau hin, beide lächelten. 4500 Menschen waren Augenzeuge, denn die Papiere wurde in der Halbzeit des Testspiels zwischen Venlos Profis und denen Borussias (1:2) unterschrieben. Seit Samstag ist der 1. FC Viersen einer von 85 Amateurvereinen, die offiziell mit VVV zusammenarbeiten – und der einzige aus Deutschland.
"Wichtig ist, dass wir unsere gegenseitigen Tugenden in die Waagschale werfen", sagte Kaisers, Viersens Jugendleiter. "Deutsche Kampfkraft und niederländische Spielkunst", ergänzte Vereinsboss Fleßers. Vor allem im Jugendbereich soll es einen Austausch geben, so ist der Plan. Venlos Trainer sollen die des 1. FC anleiten, Jugendspieler des deutschen Klubs bei VVV lernen und umgekehrt, vielleicht ein niederländisches Talent am Hohen Busch spielen. "Ich kann mir auch vorstellen, dass wir einen Workshop in Viersen machen, bei dem wir unser neues Stadion vorstellen", sagt Marcel Abrahams von der Venloer Stadiongesellschaft. Zudem hofft Fleßers, dass der eine oder andere VVV-Spieler, der den Sprung ins Profiteam nicht schafft, beim 1. FC landet.
Wie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktionieren kann, hat Union Nettetal vorgemacht. Seit mehr als zehn Jahren gibt es eine Kooperation, indes nicht vertraglich vereinbart, sondern "auf dem kurzen Dienstweg", wie Fußballchef Dirk Riether sagt. Gerade erst sind drei Nettetaler A-Junioren zu VVV gewechselt; der eine oder andere Kicker aus der VVV-Reserve spielte schon bei Union (zuletzt Mimon Akkrom). VVV übte auch schon öfter auf dem Kunstrasen in Breyell und kam 2007 zum Testspiel.
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